Banken-Markt
Keine Käufer weit und breit

Das Interesse an den osteuropäischen Banken hat deutlich nachgelassen. Die wenigen potenziellen Käufer diktieren Preise und Bedingungen.

WienBanken aus Osteuropa sind derzeit schwer zu vermitteln. Gerade westeuropäische Finanzgruppen wollen sich von Töchtern im Osten trennen, Käufer finden sie allerdings keine. So sitzt die BayernLB beispielsweise seit bald zwei Jahren auf ihrer ungarischen Tochter MKB; kaum jemand aus der Branche hat sich dafür bisher interessiert. Die belgische Bank KBC hat die geplanten Börsengänge ihrer Töchter in Tschechien und in Ungarn abgesagt - mangels Interesse.

An den Preisen lässt sich am besten ablesen, wie stark der Markt für Banken in Osteuropa in den Keller gegangen ist. Vor der Finanzkrise haben Käufer für ein Kreditinstitut etwa das Vierfache des Buchwerts auf den Tisch gelegt, hat die Nachrichtenagentur Bloomberg berechnet. Wenn ein Käufer heute Interesse zeigt, dann ist er allenfalls bereit, den Buchwert zu bezahlen. Die schleppende wirtschaftliche Erholung in vielen Ländern ist für das schlechte Geschäft bei Übernahmen verantwortlich.

Die Preise sind am Boden.

Zu den Verkäufern von Ost-Töchtern gehört die Hypo Alpe Adria, die sich von Instituten im früheren Jugoslawien trennen will. Hypo-Alpe-Vorstandschef Gottwald Kranebitter macht sich keine Illusionen, dass dies bald passieren wird. "Es tut sich genau nichts", sagt er. Jetzt eine Bank zu verkaufen, sei der schlechtmöglichste Zeitpunkt. Die niedrigen Preise bedeuteten für die Hypo Alpe eine "Vermögensvernichtung".

Dass bei Bankverkäufen nicht sonderlich viel passiert, liegt allerdings auch an der Qualität des Angebots, sagt Gianni Papa, Osteuropa-Chef der italienischen Unicredit-Gruppe. Derzeit würden nur weniger lukrative Tochtergesellschaften in weniger interessanten Ländern zum Kauf angeboten.

Jan Vanhevel, Vorstandschef der belgischen Finanzgruppe KBC, hat seine ganz besonderen Erfahrungen mit dem Geschäft von Bankbeteiligungen in Osteuropa gemacht. Zwei Jahre lang haben die Belgier versucht, ihre Tochtergesellschaften in Tschechien und in Ungarn an die Börse zu bringen. Die KBC hat sich gegenüber der EU-Kommission zum Verkauf von Tochtergesellschaften verpflichtet, weil sie auf dem Höhepunkt der Finanzkrise sieben Milliarden Euro an Staatshilfen bekommen hatte.

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