Banken
Mediobanca in den roten Zahlen

Aufräumarbeiten brocken Mediobanca rote Zahlen ein: Durch Abschreibungen von über 400 Millionen Euro hat die Investmentbank für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Nettoverlust in dreistelliger Millionenhöhe ausgewiesen.
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MailandDie Entrümpelung der Bilanz kommt die italienische Investmentbank Mediobanca teuer zu stehen. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2012/13 (per Ende Juni) wies das Institut am Dienstag einen Nettoverlust von 180 Millionen Euro aus, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn von gut 80 Millionen zu Buche stand. Hauptgrund waren Abschreibungen von über 400 Millionen Euro auf diverse Industrie-Beteiligungen. Aber auch für faule Kredite musste Mediobanca mehr Geld zurücklegen.

Die Dividende fällt aus, obwohl die Bank vergleichsweise gut mit Kapital ausgestattet ist. Trotzdem legte die Mediobanca-Aktie in Mailand über zwei Prozent zu. Die Anleger überzeugte nach Angaben von Händlern, dass das Traditionshaus bei seinen Aufräumarbeiten besser vorankommt als erwartet, auch wenn das kurzfristig zu Belastungen führt. Eigentlich hatte der Vorstand mit einem noch größeren Jahresverlust gerechnet.

Mediobanca hatte im Juni angekündigt, ihr milliardenschweres unübersichtliches Geflecht an Beteiligungen, die in der Bewertung stets stark schwanken, einzudampfen.

Der Fokus soll künftig auf dem Bankgeschäft liegen, zu dem neben dem Investmentbanking auch der Privatkunden-Bereich gehört.

Das ist ein radikaler Bruch mit der Firmentradition, hatte der Bankier Enrico Cuccia das Institut nach dem Zweiten Weltkrieg doch genau mit dem Ziel gegründet, sich in der sogenannten Italien-AG möglichst viel Einfluss zu sichern.

So ist Mediobanca im großen Stil etwa beim Versicherer Generali und indirekt bei der Telecom Italia engagiert. Mit den radikalen Abschreibungen ist nun der Rückzug eingeleitet - Mediobanca kann befreiter in die Verkaufsverhandlungen gehen. Lediglich ihren Generali-Anteil von gut 13 Prozent will die Bank nur geringfügig reduzieren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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