Banken-Nachwuchs
Wall Street sucht per Software nach Talenten

Per Klick zum Traumarbeitnehmer – für viele Großbanken könnte das bald Realität werden. Eine neue Software soll Bewerbungsgespräche per Video ermöglichen und so die Kosten für die Personalauswahl senken.

New YorkDer Kampf um Talente an der Wall Street ist hart. Auf der Suche nach geeignetem Nachwuchs machen sich die großen Geldhäuser nicht nur untereinander heftig Konkurrenz, auch Hedgefonds und die Technologiefirmen im Silicon Valley buhlen um die besten College-Absolventen. Die Auswahl kostet Zeit und Geld. Was also liegt näher, als Maschinen die Arbeit machen zu lassen? Bewerberprüfung per Computer - das gibt es tatsächlich bereits bei großen Banken. Goldman Sachs, Morgan Stanley, Citigroup und UBS experimentieren dazu mit entsprechenden Softwareangeboten.
„Bislang konnte man mit Hilfe von Technologie nur den besten Lebenslauf herausfinden, aber mittlerweile ist das eine Möglichkeit, wirkliche Kenntnisse über die Bewerber zu erzielen”, sagt Mark Newman, Chef der Firma HireVue. Sie bietet eine Videoplattform, mit der sich Vorstellungsgespräche via künstliche Intelligenz auswerten lassen.

Die richtigen Algorithmen - so hoffen die Banken - werden den Ausleseprozess kürzer, effizienter und erfolgreicher machen. Branchenkreisen zufolge versprechen sich die Führungskräfte davon insbesondere eine Verringerung von Fehlbesetzungen. Denn die können teuer werden. Ungeeignetes Personal trifft falsche Entscheidungen. Es gibt mehr Geld aus als nötig und nimmt weniger ein als möglich. Nach Schätzung des Finanzdienstleisters Capital One können die Kosten einer Fehleinstellung bis zu drei Mal so hoch ausfallen wie das Gehalt des betreffenden Beschäftigten.
Ein anderes Problem ist, die wahren Fähigkeiten der Bewerber auszumachen und sich keine verborgenen Talente durch die Lappen gehen zu lassen. Teamfähigkeit, Wissensdurst und Wagemut sind gerade in der Bankenwelt gefragte Charakterzüge. Doch diese treten in Lebenslauf und Vorstellungsgespräch nicht zwingend zutage. Nicht immer könnten die stärksten Kandidaten auf den ersten Blick überzeugen, sagt Matt Doucette vom Karriereportal Monster Worldwide: "Der beste Vertriebsmitarbeiter ist nicht der, der wie ein Pfau auftritt, sondern die graue Maus, die pfiffig ist und die richtigen Fragen stellt."

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Maschinen – die neuen Personaler?

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