Banken Rekapitalisierung
Santander-Chef fordert Testament für Banken

Der Chef der zweitgrößten spanischen Bank spricht sich für eine geordnete Insolvenz von Banken aus. Hierzu hat er klare Vorstellungen.
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BerlinEmilio Botín, Chef der spanischen Großbank Santander, spricht sich in einem Gastkommentar im Handelsblatt gegen einen Bestandsschutz für Banken aus: "Es ist von fundamentaler Bedeutung, dass für jedes Finanzinstitut die Möglichkeit besteht, Bankrott zu gehen. Ist eine Bank nicht lebensfähig, muss sie aus dem Markt ausscheiden können, ohne ein Risiko für das gesamte System zu verursachen und ohne staatliche Hilfen in Anspruch zu nehmen."

Ein solches "Banken-Testament" solle im Mittelpunkt des nächsten G20-Gipfels Anfang November stehen. Dagegen lehnt Botín die zwangsweise Rekapitalisierung europäischer Banken ab, wie sie in den vergangenen Tagen von der EU-Kommission und auch der Bundesregierung ins Gespräch gebracht wurde. Der Chef der zweitgrößten Bank Europas fordert in seinem Kommentar eine "Regulierungs-Pause". Die Banken müssten erst einmal das umsetzen, was in jüngster Vergangenheit an neuen Regeln beschlossen wurde oder noch in Arbeit ist. "Jetzt weiter draufzusatteln, neue Steuern einzuführen oder nationale Auflagen zu beschließen, halte ich für unsinnig." Für noch zu schwach hält Botín die europäische Aufsicht: "Sie ist nicht intensiv, proaktiv, vorausschauend genug."

Die Herausforderungen für die Eurozone sind seiner Ansicht nach nur zu bewältigen, "wenn wir ihre politische und wirtschaftliche Integration vertiefen. Jetzt ist der Zeitpunkt, um zu Handeln und den institutionellen Aufbau der Währungsunion zu verstärken." Nur wenn das gelungen sei, würden die Kreditmärkte wieder richtig funktionieren und der wirtschaftliche Aufschwung auf festem Grund stehen.

Thomas Hanke
Thomas Hanke
Handelsblatt / Korrespondent in Paris

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