Banken schlagen Alarm
Unternehmen verschlafen Umstellung auf neues Zahlungssystem

Ab Februar müssen Unternehmen, Vereine und Ämter das neue Sepa-System anwenden. Doch viele deutsche Unternehmen haben laut Bankenverband ihre Finanzsysteme für Überweisungen und Lastschriften noch nicht umgestellt.
  • 2

BerlinEinen Monat vor dem Start des europäischen Zahlungssystems Sepa schlagen die Banken Alarm. Viele Unternehmen in Deutschland hätten die notwendige Umstellung von Überweisungen und Lastschriften noch nicht vollzogen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken, Michael Kemmer, am Montag in Berlin. „Es gibt keinen Plan B, und es bleiben nur noch 32 Tage. Wer noch nicht umgestellt hat, sollte dies lieber heute als morgen tun.“

Vom 1. Februar 2014 an müssen Unternehmen, Vereine und die öffentliche Verwaltung gemäß EU-Verordnung das Sepa-System anwenden. Privatleute können noch bis zum 1. Februar 2016 ihre bisherige Kontonummer und Bankleitzahl nutzen. Die Abkürzung Sepa steht für Single Euro Payments Area - Einheitlicher Zahlungsverkehrsraum in Euro. Für Transaktionen müssen Bankkunden sich an Kontonummern mit 22 Stellen gewöhnen. Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen werden standardisiert und nach dem gleichen System abgewickelt - egal ob sie ins Inland oder über Grenzen gehen.

„Die Lage ist noch immer besorgniserregend“, sagte Kemmer. In Deutschland würden täglich 35 Millionen Lastschriften ausgeführt. Es sei alarmierend, dass immer noch 90 Prozent davon nach dem alten Verfahren realisiert würden und nur 10 Prozent mit Sepa-Standard.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Banken schlagen Alarm: Unternehmen verschlafen Umstellung auf neues Zahlungssystem"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • 1. das ist keine gravierende Änderung den sowohl BIC als auch IBAN gibt es seit sehr vielen Jahren.

    2. die Banken sind seit Jahren in der Lage dazu

    und 3. das Ganze hat auch einen Sinn den wir befinden uns schon in einer globalisierten Welt.

    Da macht es schon Sinn innerhalb Europas den Zahlungsverkehr schneller und billiger zumachen.

    Immer diese ewige Rumgeheule der erz-konservativen Leute die es als
    Belastung empfinden nur weil sie dadurch keinen Vorteil für sich sehen.

    Aber es gibt eben gut eine halbe Milliarde Menschen die diesen
    "Schwachsinn" benutzen werden.

    Denken sie nur mal an die Leute die einen Online-Shop betreiben oder
    Rechnungen via Vorkasse abwickeln all diese Leute haben jetzt einen Vorteil.

    Statt verstaubter DTA-Dateien kann man jetzt XML-Dateien benutzen.

    Wer also hiermit in seinem Unternehmen Probleme hat sollte sich
    wirklich fragen ob er nicht vielleicht etwas Anderes machen sollte.

    Eine rechtliche Änderung an den Steuergesetzen die zB. die Bilanzierungsgrundlagen beeinflusst ist meist wessentlich aufwendiger
    und kostenintensiven als das Ändern von ein paar Zahlen in einer Datenbank.

    Sämtliche Programme unterstützen IBAN/BIC seit Jahren und bieten eine automatische Konvertierung an.

    Haben all diese Leute noch nie eine Auslandszahlung über
    SWIFT veranlasst?

  • Verkehrte Welt. Diejenigen, die sich diesen Schwachsinn ausgedacht haben, schlagen Alarm und zeigen mit den Fingern auf ihre Kunden, die den Schwachsinn ausbaden müssen. Es ist doch klar, dass jeder vernünftige Bankkunde das bisherige System weiter nutzt, solange es geht. Und zwar schon deshalb, weil niemand weiß, ob die Finanzwirtschaft die Umstellung hinbekommen wird. Ich habe bereits mehrere simple Portierungen auf neue Software oder neue BLZ mitgemacht, bei Genossenschaftsbanken unterschiedlicher Größe ebenso wie bei Coba/Dreba. Es war immer Chaos angesagt und immer hatten das die Banken zu vertreten, nicht die Nutzer. Warum sollte es bei einer so gravierenden Änderung jetzt anders ablaufen? Und warum sollte jemand auch nur einen Tag früher als nötig von einem funktionierenden System auf den SEPA-Schrott umstellen? Die ienzigen, die davon Nachteile haben können, sind die Betrüger, die ein paar Tage länger warten müssen, bevor sie per SEPA-Firmenlastschrift Konten plündern und Gelder nach Rumänien umleiten dürfen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%