Banken sichern sich 82 Milliarden
Überraschend wenig Interesse an EZB-Geldspritze

Drei Geldspritzen will die EZB bis Mitte 2016 den europäischen Banken anbieten. Bei der ersten hat es überraschend nun nur verhaltenes Interesse gegeben: Gerade einmal 82 Milliarden Euro wurden durch Banken abgerufen.
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FrankfurtDie Nachfrage der Banken bei der ersten von mehreren neuen Geldspritzen der Europäischen Zentralbank (EZB) war nach Angaben der Notenbank verhalten. 255 Banken aus den Euro-Ländern sicherten sich insgesamt 82 Milliarden Euro, wie die EZB am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen mit dem Abruf von gut 130 Milliarden Euro gerechnet.

Die EZB hatte im Juni beschlossen, das Finanzsystem bis Mitte 2016 mit mehreren Geldsalven zu fluten. Vom Erfolg der neuen Geldspritzen hängt nach Meinung von Beobachtern ab, ob die EZB zu noch schärferen Waffen im Kampf gegen Wachstumsschwäche und Niedriginflation greift.

Die nächste Geldspritze will die EZB im Dezember setzen. Sie will so die stockende Kreditvergabe in weiten Teilen der Währungsunion ankurbeln. Die Notenbank hatten 2011/12 auf dem Höhepunkt der Euro-Schuldenkrise schon einmal die gigantische Summe von rund einer Billion Euro in das Bankensystem gepumpt. Einen Großteil dieses Geldes haben die Institute inzwischen an die EZB zurückgezahlt.

Die neuen Langfristkredite haben eine Laufzeit von bis zu vier Jahren. Der Zinssatz beträgt derzeit 0,15 Prozent. Er ergibt sich aus dem Leitzins von 0,05 Prozent zuzüglich einem Aufschlag.

Das Geschäft ist das erste einer neuen Kreditlinie (im englischen Fachjargon Targeted Longer-Term Refinancing Operations/TLTROs), mit der die Notenbank die schrumpfende Kreditvergabe anschieben will, um so das schwache Wirtschaftswachstum anzukurbeln und den mickrigen Preisauftrieb anzuheizen. Schon im Dezember haben die Banken erneut die Möglichkeit, sich langfristig billiges Geld bei der EZB zu leihen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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