Banken-Test

Wie die EZB die Banken stresst

Die Europäische Zentralbank klopft die Finanzkraft der 128 wichtigsten Banken des Kontinents ab. Der umfassende Test läuft gerade erst an, doch schon gibt es Streit. Ein Knackpunkt: Wie riskant sind Staatsanleihen?
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Neubau der Europäischen Zentralbank in Frankfurt: Die EZB übernimmt ab Ende 2014 die Aufsicht über die Europas Banken – und prüft vorab schon mal deren Belastungskraft. Quelle: dpa

Neubau der Europäischen Zentralbank in Frankfurt: Die EZB übernimmt ab Ende 2014 die Aufsicht über die Europas Banken – und prüft vorab schon mal deren Belastungskraft.

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DüsseldorfDie Finanzmanager hinter den glitzernden Glasfassaden stöhnen jetzt schon: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat Testbögen verschickt. Die Notenbanker fragen darin bis zu 1400 Datenpunkte ab, welche die Institute liefern müssen. Damit stecken Europas Finanzhäuser bereits mitten im groß angelegten Test ihrer Kapitalkraft. Dazu schwärmen Aufseher, Notenbanker und Wirtschaftsprüfer aus und prüfen die Robustheit der 128 wichtigsten Banken in Europa. Darunter sind auch 24 deutsche Geldhäuser wie Deutsche Bank, Commerzbank oder die Landesbanken.

EZB und die nationalen Aufseher klopfen dabei die Bewertungsansätze in den Bilanzen ab und testen, wie sich die Institute im Krisenfall schlagen. Bis Oktober 2014 sollen die ersten Ergebnisse vorliegen. Europas Zentralbanker wollen damit bei den Instituten Schwachstellen finden, die notfalls mit frischem Kapital gestopft werden sollen. So will die EZB sicherstellen, dass sie möglichst keine Altlasten übersehen hat, wenn sie in einem Jahr die zentrale Aufsicht über die Banken übernimmt.

Doch viele Fragen sind bei den Tests noch offen. Ein Streitpunkt mit beträchtlichem Gewicht ist, inwieweit Staatsanleihen als risikolose Investments angesehen werden. Nach den bisherigen Regeln gelten Schuldscheine der Industrienationen durchweg als unbedenklich – Banken müssen dafür kein Kapital hinterlegen. Entsprechend pumpen sich die Geldhäuser mit Bonds der öffentlichen Hand voll – vorwiegend mit denen des Heimatstaats.

„Das ist bis zu einem gewissen Grad auch politisch gewollt“, sagte ein mit der Bilanzprüfung befasster EZB-Mitarbeiter Handelsblatt Online. „So haben die Regierungen einen dankbaren Abnehmer für ihre Anleihen und können sich günstig verschulden.“

Risikolos sind europäische Staatsbonds aber nicht. Das hat sich spätestens seit der Pleite Griechenlands gezeigt. Die Bundesbank fordert nun eine harte Linie. „Die Stresstests sollten streng ausfallen – also auch die unterschiedliche Bonität von Staatsanleihen berücksichtigen“, forderte auch Bundesbank-Vizechefin Sabine Lautenschläger jüngst im Handelsblatt-Interview. Sie bekräftigte damit die Linie, die Bundesbank-Chef Jens Weidmann ausgerufen hatte.

Aber auch Berater der EZB selbst - darunter die deutsche Wirtschaftsweise Claudia Buch – wiesen auf die Gefahren hin, die durch eine Häufung von einheimischen Staatsanleihen in den Bilanzen von Großbanken lauern. Die Argumentation der Wissenschaftler: Wenn spanische oder irische Finanzhäuser vornehmlich Bonds ihres Heimatstaats horten, sei das ähnlich gefährlich wie die Kreditvergabe eines Instituts vorwiegend an ein einzelnes Unternehmen.

Einige Banken werden auf der Strecke bleiben
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22 Kommentare zu "Banken-Test: Wie die EZB die Banken stresst"

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  • Bis nächstes Jahr Herbst soll das Ergebnis des Sresstest dauern? Was haben denn die nationalen Finanzaufsichten denn so seit Lehmann bisher gemacht, dass sie das nicht sofort beurteilen können? Es sind ja ein paar Jahre nun schon vergangen.

    Allein mit solch einfachen Fragen, merke selbst ich Otto-Normalo, dass es zum Himmel stinkt.

    Man gibt sich hier ein Jahr Zeit, um auszuloten, was man aus dem ESM - Topf oder der Druckerpresse abgreifen kann. Es wird in geheimen Meetings gekungelt und intrigiert und danach wird der Stresstest genauso hinfrisiert, dass es zu den ergaunerbaren Steuergeldern , ESM-und EZB- Mitteln passt, um das Kapital der Banken aufzustocken. Der Rest wird über die Jahre vertuscht , gestreckt etc.. Maximal vielleicht eine Bank lässt man hopps geben, um den Anschein der Seriösität zu wahren.

    Und dass Staatsanleihen als 0-Risikoposition ohne EK in beliebiger Höhe gekauft werden dürfen, zeigt doch, dass wir es hier mit einer unheiligen Interessensgemeinschaft aus Staatselite, Zentralbanken und Geschäftsbanken zu tun haben. Sie verdienen risikolos ihre Boni und Gehälter. Warum sollte diese Form der Geldbeschaffung durch die Elite selbst geändert werden? Aus Vernunft, Bescheidenheit oder schlechtem Gewissen?

    Das ganze System ist marode und zwar vom Kopf her. Weg damit!


  • Ecke,

    Ihre Aussage, daß Arbeit gleich Leistung mal Zeit sei, ist
    richtig.
    Wenigstens in den physikalisch-technischen Aussagen soll-
    ten wir exakt sein, Laberfächer gibt es genug!

  • #Rum
    Natürlich, entschuldigen bitte Sie meinen Flüchtigkeitsfehler.

  • soll doch nur Satire sein - keine Aufregung!!

  • otto 15,

    wie die Gottesbeweise im Mittelalter!
    Europa ist gut! Der Euro ist gut!
    Also ist der Euro gut für Europa!

    Nach Jahrhunderten der klerikalen "Gottesherrschaft"
    mit Kriegen, Rechtlosigkeit und Armut mußte mit einer
    großen Kraftanstrengung die klerikale Allmacht gebro-
    chen werden.

    Die quasi-religiöse Europa-und Euromystik fördert und
    rechtfertigt die Bürokratenherrschaft der Brüsseler "Götter". Gebrochene Verträge, Abbau an demokratischer Substanz und staatliche Reglementierungen sind die Zei-
    chen dieses "Gottesstaates".

    Was kostet es uns diesmal, diese religiösen Eiferer zu
    entmachten?

    Amen!

  • #otto15

    Oh, da ist aber ein Kuckuck in seinem Wolkenkuckucksheim aufgeschreckt worden.
    Radio Eriwan: Im Prinzip haben Sie recht, aber die Realität sieht anders aus!!!!

  • Verdannt noch mal könnt Ihr ignoranten Blogger man den Verstand ausschalten!!?? Staatsanleihen sind per definition risikolos, sonst kann die Idee von der europäischen Einigung und des sozialistischen Europa nicht umgesetzt werden. Der Gegenentwurf zum neoliberalen Europa. Betrachtet den Niedrigzinspolitik aus notwendige Steuer auf Eure Ersparnisse und Renten. Es dient dem Wohle des Ganzen!!

  • #Ecke

    Zur Korrektur:
    Leistung ist Arbeit mal Zeit!!!!

  • so läuft der Hase!

    --http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/11/28/geheimtreffen-eu-schwoert-staaten-auf-neue-weltordnung-ein/

    --http://www.politaia.org/israel/abkommen-mit-dem-iran-vereitelt-israelischen-finanzbetrug/

  • Zeit schinden!
    -----------------
    Weder die EZB noch die EBA ist in der Lage den kom-
    mendn Finanztsunami der faulen Staatsanleihen noch
    aufzuhalten. So dürfte das Beispiel der Lehmanbrüder,
    die aufgrund der bestehenden Handelsgesetze in den
    U.S.A., zur Rechenschaft gezogen wurden, wenn dieses
    schon immer als Beispiel herangezogen wird, auch
    für den europ. Bankensektor relevant sein, die, genau
    wie die EZB dem deutschen HGB nicht entkommen werden,
    denn was hier als 'too big to fail' bezeichnet wird,
    ist inzwischen auf Grund der EZB Politik des 'Quanti-
    tative Easing' mit ihrem Schneeballsystem, izwischen
    'too big to save' geworden.

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