Banken-Testamente

Letzter Wille: Keine Panik!

Nie wieder Lehman: Erstmals mussten Großbanken aufschreiben, was im Falle einer Pleite mit ihnen geschähe. Die Institute, darunter die Deutsche Bank, bleiben vage. Eine Bank macht sich sogar über die Aufseher lustig.
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Großbanken machen ihr Testament

New York/WashingtonEs sind Gedanken, die sich niemand gerne macht: Was geschieht nach dem eigenen Tod? Wer soll was bekommen? Und wer bezahlt meine Beerdigung? Ein Testament aufzusetzen ist schwer, da geht es Großbanken neuerdings nicht anders als normalen Menschen: Führende globale Geldhäuser wurden nun erstmals von der US-Regierung gezwungen aufzuschreiben, was geschehen wird, sollten sie dereinst zusammenbrechen.

Die ersten neun Testamente, die die US-Einlagensicherung FDIC am Dienstagabend veröffentlichte, verraten allerdings vor allem eines: Die Banken lassen sich nicht gerne in die Karten schauen. In ihren der Öffentlichkeit zugänglichen Teilen sind die Notfallpläne denkbar knapp formuliert – wären sie das Testament eines Menschen, die Erben wären wohl ziemlich ratlos. Während die Behörden detailliertere Einblicke in die Testamente bekommen, muss sich die erwartungsvolle Fachwelt zumeist mit langatmigen Zustandsbeschreibungen und vage formulierten Krisenplänen begnügen.

So beschränkt sich die Beschreibung, wie sich etwa die britische Großbank Barclays eine Auflösung des Instituts im Falle einer Krise vorstellt, auf weniger als eine halbe Seite. Auch wenn andere wie JP Morgan oder die Deutsche Bank etwas großzügiger sind, bleiben auch diese Finanzgiganten der Öffentlichkeit Details schuldig. Wieder andere nutzen ihr Testament, um sich selbst zu loben.

Die meisten Banken deklinieren eher abstrakt durch, wie Teile der Finanzkonglomerate entweder in eine Überbrückungsbank überführt oder verkauft werden sollen. Die nach Vermögenswerten größte US-Bank JP Morgan etwa sieht ihre Teilbereiche derart hoch angesehen, dass sie sich gut verkaufen würden.

Die Deutsche Bank deutet an, dass im Falle des Falles die US-Regulierer die deutsche Bankenaufsicht BaFin umgestört operieren lassen sollten. Dann sei die im Notfall zu gründende Überbrückungsbank in der Lage, die US-Firmenteile mit Liquidität zu versorgen. Die Bank of America spricht gleich nur von unbestimmten „Käufern“, die unbestimmte Teile der Bank bestimmt übernehmen würden.

Gezwungen zu ihren Testamenten, im Fachjargon „Living wills“ genannt, hat die Banken das Mammut-Regulierungsgesetz „Dodd Frank Act“. Es schreibt vor, dass zunächst die neun wichtigsten Banken Pläne vorlegen müssen, wie sie sich im Falle einer Krise abwickeln lassen – neben der Deutschen Bank, Barclays und JP Morgan sind dies noch Goldman Sachs, die Bank of America, Morgan Stanley, Citigroup, UBS und Credit Suisse. Weitere 116 Banken und Firmen, die von US-Behörden reguliert werden, sollen bis 2013 folgen.

Warum die Testamente vielleicht doch nicht helfen
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  • im papiergeld system ist die ordung zwischen staat und bankenwelt immer festgelegt! wie wird die zukünftige ordnung aussehen, die gegenwärtige scheint sich gerade aufzulösen!?!

  • Vielleicht sollten auch Länder ihr Testament machen um eine "sanfte" Abwicklung zu garantieren im Fall der Staatspleite,etliche Kandidaten gibt es ja schon.

  • @jo30
    Lieber jo30, Sie müssen aber auch Verständnis für unsere weltweit operierenden Bänker aufbringen. Sie müssen ja nicht nur für sich selbst sorgen, sondern auch für ihr EGO, sowie dessen EGO usw.....Große Familien brauchen gaaaaaaanz viel Geld für Häuser, Autos, Kleidung, Reisen, Amüsement.....Damit unsere Bänker mit freundlichem Blick ihren Kunden gegenübertreten können. Oder möchten Sie traurige Bänker? Das kann ich nicht glauben!

  • Unwort des Jahres: BÄNKER.

  • Banken weltweit betrügen zuerst ihre Kunden. Dafür, dass diese Kundengelder unseriös anlegen, kassieren sie auch noch irrsinnig hohe Gehälter und Boni. Wenn diese Geldfresser sich verzockt haben, rufen sie nach dem Staat. Aberwitzige Milliardensummen (siehe HRE) an Steuergeldern fangen diese Versagerbanken auf. Diese "Bänker" beziehen weiterhin höchste Gehälter und Boni. Man gliedert faule Papiere in Bad Banks" aus. Wieder beziehen diese "Bänker" für die "Verwaltung und Vermarktung" dieser faulen Papiere (welche sie ja selbst erfunden und auf den Markt geworfen haben)fette Gehälter und Boni. Am Jahresende legt man eine Bilanz vor. Der Steuerzahler übernimmt so oder so die angehäuften Verluste. Da der "Bänker" seine Arbeit so vorzüglich bewerkstelligt hat, gibt`s einen Sonderbonus für besondere Leistungen obendrauf. Zwischendurch bedienen sich diese korrupten Banken über EZB, EFSF, ESM.......abermals an unseren Steuermilliarden. Dafür gibt`s nochmals einen Supersondermegabonus für Herren wie Ackermann blablabla....Nach dem Motto: "man gönnt sich ja sonst nichts". Aber im Gegenzug dazu kann sich die Politik nicht durchringen, Sozialleistungen (man bedenke, dieses Geld stammt von uns Steuerzahlern, welche natürlich auch noch fleißig in die Sozialkassen einzahlen)um 5 Euro zu erhöhen. Da wird gefeilscht, was das Zeug hält. Liebe Politiker, die ihr im Bundestag und in den übrigen Parlamenten sitzt: es ist nicht ihr Geld, sondern UNSERES. Dies scheint ihr aus den Augen verloren zu haben.

  • die rothschilds sind die medicis des 19.-21. jh. und wahrscheinlich noch lange aktiv. Die Welt wurde immer von Bankstern beherrscht. Die Medici finanzierten die Eroberung Amerikas und schufen damit eine neue Welt für die damaligen Probleme der Bevölkerung in Europa. Die Rothschilds haben überall ihre Finger im Spiel und lenken ganz geschickt die Ereignisse in der Welt. Bsp: Waterloo, 1. WK, 2. WK, Gründung der EU, daraus resultierende EU-Krise, vorherige Finanzkrise usw.

  • hab keine ahnung von namen - sehe aber das intern die westliche welt nicht die schlechtesten 70 jahre hatte - zumindest von der stabilität und vom konsum her gesehen - intern. ja und zu namen weiter so familien "verdünnen schnell". und die strukturen sind doch irgendwie in das fed gesetzt gepackt - kenn aber keine einzelheiten. oder anders ob die familie porsch noch weiter exzellent konstrukteure oder exzellent unternehmer hervorbrings weiss ja auch keiner. ausserdem haben wir auch traditionen in berufszweigen oder handwerksfamilien.

  • zumindest können sie gut! also fazit der krisenpolitik: erst an der nase mit zinsaufschlägen europa an der nase herum führen und jetzt die nase kratzen. wäre was für karl lagerfeld und sein zeichentalent.

  • Natürlich ist die Deutsche Bank nicht wirklich "Deutsch".
    Sie untersteht dem FED Privatbanksterkartell, also Rothschild.
    Wer lässt sich von Namen irritieren ??

  • Und wenn die USA noch ein paar Baeume faellt und daraus noch einmal 15 Billionen Dollar druckt, dann kann die USA Deutschland einfach von ein paar gefaellten Baemen kaufen.

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