Banken umwerben Migranten: Man spricht Türkisch

Banken umwerben Migranten
Man spricht Türkisch

Die Bedürfnisse von türkischstämmigen Bankkunden haben sich verändert. Ging es in der Vergangenheit meist nur um Girokonten, Sparbücher und Kredite, so wächst heute das Interesse an langfristigen Anlagemodellen und Altersvorsorgeplänen. Einige Banken haben das Potenzial bereits erkannt und weiten nun ihren Service für die türkische Klientel aus.

FRANKFURT. Wie viel könnte ich denn bekommen?“, fragt der Kunde türkischer Abstammung die Bankberaterin. Sie prüft gründlich die Unterlagen. „25 000 Euro“, gibt sie zur Antwort. Zufrieden lächelt der Kunde. „Ich hätte gerne 15 000.“

Die türkischstämmige Beraterin der Deutschen Bank hat schon viele ähnliche Gespräche geführt. „Türkische Kunden interessiert, wie kreditwürdig sie sind, welchen Betrag sie bekommen könnten.“ Die Beraterin muss es wissen, denn eigens für die Betreuung türkischsprachiger Kunden wurde sie angeheuert.

Die Deutsche Bank hat die türkische Kundschaft entdeckt. In 13 Filialen sitzen nun zweisprachige Berater. „Bankamiz“ – was soviel bedeutet wie „Bank für uns“ – nennt die Großbank ihr Pilotprojekt, mit dem sie um türkische Kunden wirbt. Und damit steht sie nicht alleine da: Beratung und Infomaterial auf Türkisch bieten viele Banken, aber auch Bausparkassen in Deutschland an. Fast überall sitzen Mitarbeiter, die selbst türkische Eltern oder Großeltern haben und bei Bedarf dolmetschen oder in der Fremdsprache beraten.

Die Menschen mit türkischer Abstammung waren bei Sparkassen und Banken schon immer gute Kunden. Aber ihre Bedürfnisse haben sich geändert. Statt Girokonto und Kredit wollen viele der in Deutschland lebenden Türken von ihrer Bank heute mehr: Altersvorsorge, Bausparen oder Immobilienkäufe. Gerade diese komplizierten Themen möchten einige am liebsten in ihrer Muttersprache angehen. „Viele Kunden, vor allem die der ersten Einwanderergeneration, freuen sich, wenn sie auf Türkisch angesprochen werden“, sagt die Beraterin.

Manche Kunden entdecken gerade das Rentnerleben in Deutschland oder stehen kurz davor. Ursprüngliche Pläne, den Lebensabend in der Türkei zu verbringen, haben viele mittlerweile aufgegeben. Wer beschließt, seinen Ruhestand in Deutschland zu verbringen, muss sich hier um die finanzielle Absicherung und Altersvorsorge kümmern. Einige verkaufen das Häuschen oder die Wohnung in der Türkei und sehen sich in Deutschland nach den eigenen vier Wänden um.

Oft helfe die ganze Familie mit, erzählt die Beraterin. Vater und Sohn finanzieren dann schon mal gemeinsam die Immobilie, in der die Großfamilie Platz findet.

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