Banken und Fintechs
Spielerei oder Erfolgsfaktor?

Kooperationen hier, Beteiligungen da, dazu ein paar hippe „Technologielabore“: Fintechs, so scheint es, sind für Banken zum wichtigen Thema geworden. Eine Studie allerdings lässt daran erhebliche Zweifel aufkommen.

FrankfurtSie kooperieren mit ihnen, sie investieren und schaffen eigene Brutkästen, in denen sie Finanztechnologie-Start-ups heranzüchten. Nach anfänglicher Skepsis scheinen Banken die Fintech-Branche heute ernst zu nehmen. Kaum eine Woche vergeht, in der sie nicht mindestens ein neues Fintech-Engagement verkünden. Doch eine am Dienstag veröffentlichte Studie der GFT, einem internationalen Technologiedienstleister für Banken und Versicherungen, zeigt: Nur wenige Banken stufen die Kooperation mit Drittanbietern wie Fintechs als erfolgsrelevant ein.

Fintechs tummeln sich inzwischen in sämtlichen Geschäftsbereichen der Banken. Sie bieten einfache und schnelle Bezahllösungen, automatisierte Vermögensverwaltung, ermöglichen die Kreditvergabe zwischen Privatleuten und machen mit vielen kleinen Technologie-Innovationen das Online- und Mobile-Banking einfacher. Ziel ist dabei häufig eine Vereinfachung gegenüber dem klassischen Bankangebot. Inzwischen sind die Fintechs auch in den Versicherungs- und Immobilienbereich vorgedrungen, so dass ihre Anzahl in Deutschland bei deutlich mehr als 400 liegt.

Für die GFT-Studie wurden 260 Vertreter der Finanzindustrie aus sieben Ländern (Brasilien, Deutschland, Großbritannien, Italien, Mexiko, Schweiz und Spanien) befragt – alle Länder, in denen die GFT im Retail-Banking aktiv ist. Nur insgesamt 57 Prozent der Befragten werteten Fintechs als strategischen Erfolgsfaktor für Banken – Rang sieben von sieben.

„Banken sind immer noch sehr auf sich selbst fokussiert. Sie müssen sich jedoch kulturell öffnen. Sowohl Kooperationen – sei es mit Fintechs oder anderen strategischen Partnern – als auch der branchenübergreifende Wissensaustausch werden in einer zunehmend globalen und digitalen Welt den Ausschlag geben“, sagt Marika Lulay, COO der GFT.

Der Fokus der Banken liegt aktuell auf Sicherheitsaspekten, insgesamt 84 Prozent der Befragten wählten dies zum Top-Erfolgsfaktor. Auf Platz zwei rangiert das sogenannte „einheitliche und konsistente Nutzererlebnis auf allen Endgeräten“, gefolgt von „Co-Innovation mithilfe von Kundenfeedback“. Auch die Wahl der richtigen Plattform und Angebote zur Personalisierung wurden wichtiger als Kooperationen bewertet. Auch Im Vergleich zum Vorjahr ist die Bedeutung von Sicherheitsaspekten stark gestiegen. Global hatten sie 2015 nur Rang sieben erreicht.

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Schweiz ist „Strategiemeister“

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