Bankenabgabe

Bankenrettungsfonds belastet kleine Geldhäuser

Der Bankenrettungsfonds füllt sich – doch nicht nur die großen Banken zahlen in den Fonds ein. Auch viele kleine Geldhäuser müssen hohe Abgaben tätigen. Für sie sind die Einzahlungen keine Peanuts.
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Bankenskyline in Frankfurt: Für die großen deutschen Geldhäuser sind die Einzahlungen in den Bankenrettungsfonds Peanuts. Viele kleine Finanzinstitute ächzen unter der Abgabenlast. Quelle: dpa

Bankenskyline in Frankfurt: Für die großen deutschen Geldhäuser sind die Einzahlungen in den Bankenrettungsfonds Peanuts. Viele kleine Finanzinstitute ächzen unter der Abgabenlast.

(Foto: dpa)

DüsseldorfKleinere deutsche Banken haben einem Bericht zufolge in den vergangenen drei Jahren fast 250 Millionen Euro in den Bankenrettungsfonds eingezahlt, obwohl sie daraus keine Leistungen erhalten können. Die rund 1200 Geldinstitute hätten 246 Millionen Euro gezahlt und damit etwa ein Siebtel der Überweisungen an den Fonds geleistet, berichtete die „Rheinische Post“ am Montag. Sie berief sich auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion.

Den Angaben zufolge zahlten die 22 als systemrelevant eingestuften deutschen Banken von 2011 bis 2013 rund 1,44 Milliarden Euro Bankenabgabe und damit 80 Prozent des Gesamtaufkommens. Die 52 als systemgefährdend eingestuften Banken zahlten demnach 113 Millionen Euro, was sechs Prozent entsprach.

Wo in der Main-Metropole die meisten Banker arbeiten
Skyline Frankfurt
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Deutschlands Finanzplatz Frankfurt: Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) hat eine Rangliste mit den größten Geldhäusern nach Zahl der Arbeitsplätze zu Ende 2012 erstellt. Die Bank fragte die Institute der Main-Metropole nach der aktuellen Mitarbeiterzahl und der weiteren Stellenplanung. Demnach werden bis Ende 2015 rund 61.300 Menschen am Main in der Bankbranche arbeiten. Das sind rund 1,5 Prozent weniger als zum Stand der jetzigen Umfrage. Der Abbau im Zuge der Finanzkrise fällt jedoch im Vergleich zu anderen Zentren wie New York, London oder Zürich noch moderat aus.

Deutsche Börse
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Deutsche Börse - 1600 Mitarbeiter

Zunächst zu den weiteren Institutionen der Finanzwelt. Denn neben Banken gibt es noch andere Finanzdienstleister sowie Aufsichtsbehörden in Frankfurt. So beschäftigt die Deutsche Börse 1600 Mitarbeiter. Im Bild das Gebäude des Handelssaals in der Frankfurter Innenstadt. Fast die gesamte Verwaltung sitzt mittlerweile aber in Eschborn.

Europäische Zentralbank
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EZB – 1650 Mitarbeiter

Die Europäische Zentralbank beschäftigt immerhin 1650 Mitarbeiter in Frankfurt. Und es sollen noch deutlich mehr werden, wenn die Zentralbank auch die Aufsicht über Europas Bankensektor übernimmt. Derzeit entsteht in der ehemaligen Großmarkthalle der neue Hauptsitz der Notenbank. Das Gebäude soll Mitte 2014 bezugsfertig sein.

Deutsche Bundesbank
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Deutsche Bundesbank – 3650 Mitarbeiter

Die deutsche Zentralbank hat in der Main-Metropole ihren Hauptsitz. Hier arbeiten 3650 der deutschlandweit 10.300 Mitarbeiter.

BHF-Bank
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Rang 12: BHF-Bank – 600 Stellen

Nun zu dem eigentlichen Ranking: Der Umfrage zufolge beschäftigt die BHF-Bank in Frankfurt 600 Mitarbeiter. Deutschlandweit sind es rund 1050. Die Privatbank gehörte der Deutschen Bank, wird aber weiterverkauft an den Finanzdienstleistungskonzern RHJ International.

BNP Paribas
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Rang 11: BNP Paribas – 750 Mitarbeiter

Die französische Bank BNP Paribas beschäftigt immerhin 750 Angestellte in Frankfurt. Das Institut will künftig in Deutschland stärker um Privat- und Firmenkunden werben. Weltweit beschäftigt das Institut mehr als 200.000 Menschen.

UBS
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Rang 10: UBS – 750 Mitarbeiter

Die Schweizer Großbank UBS beschäftigt 750 Menschen. Die Deutschlandzentrale sitzt im Opernturm in Frankfurt. Das Gebäude wurde 2007 bis 2009 errichtet.

Der Linken-Finanzpolitiker Axel Troost kritisierte, dass die kleinen Banken ein Siebtel der Bankenabgabe tragen, ohne vom Rettungsfonds profitieren zu können. Künftig sollten die großen Banken deutlich mehr zahlen – „auch wenn es wehtut“, forderte er. Andernfalls könnten Sparkassen und Genossenschaftsbanken „unter die Räder kommen, die mit der Krise wenig zu schaffen hatten“.

Der Bankenrettungsfonds wird seit 2011 gefüllt. Künftig soll er mit dem europäischen Abwicklungsfonds verschmolzen werden. Dieser ist Teil der europäischen Bankenunion, zu der auch eine einheitliche Bankenaufsicht und vereinheitlichten Regeln zur Einlagensicherung gehören.

  • afp
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