Bankenabgabe greift nicht
Deutsche Banken zahlen kaum in Rettungstopf ein

Bisher greift das Instrument kaum: Die Bankenabgabe gilt seit vier Jahren, doch noch sind keine Summen zusammen gekommen, die eine Bankenrettung gewährleisten könnten. Doch bald dürfte es für die Banken teurer werden.
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FrankfurtDer Topf für die Rettung von Banken füllt sich nur schleppend: Vier Jahre nach der Einführung der Bankenabgabe in Deutschland hat die deutsche Finanzbranche insgesamt erst 2,3 Milliarden Euro in den Restrukturierungsfonds eingezahlt. Im laufenden Jahr zahlten die Kreditinstitute mit 516 (2013: 520) Millionen Euro nochmals weniger ein als ein Jahr zuvor, wie die Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA) am Donnerstag mitteilte. Die Bankenabgabe, mit der die Institute künftig selbst für die Kosten der Rettung oder Abwicklung einzelner Banken aufkommen sollen, richtet sich nach der Bilanzsumme und den Derivaten, die eine Bank in der Bilanz hat. Der Betrag ist aber - abhängig vom Gewinn - gedeckelt.

Von 2015 an wird es für die deutschen Banken voraussichtlich teurer. Dann wird die Abgabe nach europäischen Vorgaben erhoben. Insgesamt 55 Milliarden Euro sollen dann europaweit nach und nach zusammenkommen. Die Beträge, die die deutschen Banken dann einzahlen werden, fließen von 2016 an in einen gemeinsamen Abwicklungsfonds für die Euro-Zone, werden aber acht Jahre lang zunächst in einer "nationalen Kammer" gesammelt. Die Rettung einer deutschen Bank würde damit aus den deutschen Beiträgen bestritten. Ob die in Deutschland gesammelten 2,3 Milliarden Euro ebenfalls in diesen Topf überführt werden, ist noch offen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Zugriffe!
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    Da der Finanzbereich inzwischen erkannt hat, daß es
    sich bei diesem 'Rettungstopf' von 55 Milliarden Euro
    um eine Fata Morgana handelt, wurde heute, mit dem
    Beschluß des deutschen Bundestages zu den vier Ge-
    setzen zur Bankenunion der EU, der Zugriff auf den
    wesentlich lukrativen ESM durchgedrückt der aus
    Steuergeldern gefüllt wird.
    So dürfte mit einer weiteren erfolglosen Schulden-
    mit Schuldenbekämpfung das GAS - Germany's Asset
    Stripping - durch die EZB mit der Transferunion ein-
    geleitet werden, was mit der Pleite dieser gesamten
    EUdSSR und besonderns des deutschen Steuerzahlers
    enden wird!

  • "Deutsche Banken zahlen kaum in Rettungstopf ein"
    Wäre auch sinnlos, es zahlt der Steuerzahler.

  • Sie wollen Sicherheit vorgauckeln. Wenn die ersten Banken wieder kollabieren werden diese wieder "gerettet" aber da wird der Sparer seinen Beitrag zahlen müssen.

    Das ist der Plan der schon in den Köpfen der IWF, EZB usw. rumgeistert dass der Sparer endlich enteignet wird, sei es durch die Schuldensteuer oder wie auch immer. DIe neuen Rettungspläne der Banken und die Bankenunion werden dies umsetzen nur durch die Hintertür und unauffällig.

    Die ganzen Bankenabgaben und Transaktionssteuern usw. ist doch nur Ablenkung. Ebenfalls reguliert wurde am Bankensysten seit 2008 NULL. Wie auch wenn so viele Lobbyisten hinter unseren Politiker herlaufen und ihnen leise flüstern was sie sagen und machen sollen.

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