Bankenfusion: Dresdner-Deal soll mit Staatshilfe zustande kommen

Bankenfusion
Dresdner-Deal soll mit Staatshilfe zustande kommen

Ein neuer Finanzbedarf bei der Dresdner Bank belastet die geplante Übernahme durch die Commerzbank. Kurz vor Abschluss des Deals verhandeln die Noch-Dresdner-Mutter Allianz und die Commerzbank mit der Banken-Treuhand Soffin über staatliche Hilfen, erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen. Offenbar bemüht sich die Commerzbank um eine staatlich garantierte Anleihe.

bas/oli/saf/yo HB BERLIN/FRANKFURT. Ein Gespräch dazu fand am Montag statt. Die Verhandlungen sollen in der kommenden Woche abgeschlossen sein. Sprecher von Dresdner Bank, Allianz und Soffin (Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung) wollten sich hierzu nicht äußern.

Bei den Gesprächen geht es unter anderem um die Absicherung von Wertpapieren der Dresdner Bank. Angesichts der angespannten Lage auf den Finanzmärkten wächst die Furcht vor weiteren Ausfällen bei der durch die Finanzkrise schwer gebeutelten Dresdner Bank. Allein im dritten Quartal musste das Institut einen operativen Verlust von 834 Mio. Euro verkraften. Für das abgelaufene vierte Quartal, in dem die Finanzkrise neue Höhepunkte erreichte, rechnen Bankenaufseher erneut mit hohen Verlusten bei den Instituten. Dass nun so kurz vor der endgültigen Übernahme noch einmal über die Absicherung von Risiken der Dresdner verhandelt wird, zeigt die Brisanz der Lage bei der Allianz-Tochter.

Unterdessen berichtet die „Financial Times Deutschland“, dass sich die Commerzbank eine Anleihe staatlich garantieren lassen. Das bestätigte eine Sprecherin des Instituts am Dienstag. Zum möglichen Volumen und zum Zeitpunkt wollte sie hingegen keine Stellung nehmen. Die Zeitung hatte berichtet, dass die Ausgabe der Anleihe ein Volumen von ein bis zwei Mrd. Euro haben und noch in dieser Woche beginnen solle. Die Sprecherin betonte zugleich, dass die Übernahme der Dresdner Bank wie vorgesehen in diesem Monat abgeschlossen sein soll.

Hintergrund ist dem Bericht zufolge, dass der Abschreibungsbedarf von Commerzbank und Dresdner so hoch ist, dass die aufsichtsrechtlich geforderte Kernkapitalquote von mindestens acht Prozent bei einem Zusammenschluss nicht mehr erreicht werden könnte. Die Situation habe sich dramatisch zugespitzt, zitierte die Zeitung einen Insider. Die Commerzbank-Sprecherin verwies auf Angaben aus dem November, wonach die Kernkapitalquote nach dem Zusammenschluss mittelfristig zwischen sieben und neun Prozent liegen soll.

Parallel versucht die Commerzbank nach Handelsblatt-Informationen, auch bei der Allianz Garantien für Risiken der Dresdner zu erhalten. Dies könnte auch Teil einer Gesamtlösung sein, denn die an den Verhandlungen beteiligten Parteien befürchten, dass die EU-Wettbewerbsbehörde gegen rein staatliche Hilfen einschreiten könnte.

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