Bankenkontrolle
VÖB will Stresstest verschieben

Der Stresstest der Europäischen Zentralbank rückt näher: Wenn es nach dem Präsident des VÖB geht, wird der Test jedoch auf den Spätsommer 2014 verschoben. Allerdings sieht das ein Sprecher der BayernLB ganz anders.
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Der Bundesverband der Öffentlichen Banken (VÖB) in Deutschland fordert eine Verschiebung des Stresstests der Europäischen Zentralbank (EZB). VÖB-Präsident Gunter Dunkel schlug am Donnerstag in Frankfurt vor, den Stresstest erst im Spätsommer 2014 beginnen zu lassen. So könnten die Geschäftszahlen zum 30. Juni mit einbezogen werden, wenn die Institute bereits nach dem strengeren Regelwerk „Basel III" bilanzieren. Von den 24 deutschen Teilnehmern an dem Stresstest kommen 14 aus dem Lager der öffentlichen Banken.

Eine einheitliche Haltung gibt es beim VÖB, der Landesbanken und öffentliche Förderbanken vertritt, allerdings nicht. Die BayernLB will, dass die Bilanzprüfung und der Stresstest der EZB möglichst bald stattfinden, wie ein BayernLB-Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters sagte. "Das arbeitsaufwendige Verfahren sollte so bald wie möglich abgeschlossen sein, um dann endlich wieder stärker zur Tagesarbeit zurückzukehren und um Klarheit für alle Teilnehmer an den Märkten zu schaffen."

Mit dem Stresstest und einer vorhergehenden Bilanzprüfung will die EZB dafür sorgen, dass die Banken in der Euro-Zone ihre Bilanzen bereinigen, bevor sie im November 2014 die Aufsicht über sie übernimmt. Bisher geht die Branche davon aus, dass der Stresstest spätestens Ende des ersten Halbjahrs 2014 anlaufen wird, damit bis Oktober Ergebnisse vorliegen. "Das Ziel ist ja nicht ein schneller Test", hielt VÖB-Chef Dunkel dem entgegen. Vielmehr müssten Investoren, Aufsicht und Kunden Vertrauen in die Resultate haben. Dunkel führt im Hauptberuf die NordLB in Hannover.

Bei den Landesbanken sieht Dunkel keine Hinweise darauf, dass der Bilanz-TÜV neue Risiken und Kapitallöcher aufdecken könnte. "Das würde mich sogar wundern, weil die Landesbanken durchaus ordentlich und zum Teil sogar sehr gut kapitalisiert sind", sagte der VÖB-Chef Reuters am Rande der Pressekonferenz des VÖB. Dunkel fügte hinzu: "Ich habe keinen Anlass zu denken, dass da irgendetwas Neues aufkommen wird."

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • " "Das Ziel ist ja nicht ein schneller Test", hielt VÖB-Chef Dunkel dem entgegen. Vielmehr müssten Investoren, Aufsicht und Kunden Vertrauen in die Resultate haben. Dunkel führt im Hauptberuf die NordLB in Hannover."

    Hier hat Dunkel offensichtlich nicht als VÖB-Präsident sondern als gebeutelter NORDLBler gesprochen.

    Es muss in Hannover schon äußerst kritisch sein, wenn Dunkel so in die Trickkiste greifen muss.

    Einen derartigen Präsidenten zu haben, der sich die geforderte Neutralität von Hause aus nicht erlauben kann, ist immer problematisch. Ob es denn keinen besseren Präsidenten für den VÖB gibt? Das Bild spiegelt doch.

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