Bankenkrise: Anglo Irish Bank soll offenbar abgewickelt werden

Bankenkrise
Anglo Irish Bank soll offenbar abgewickelt werden

Die verstaatlichte Anglo Irish Bank steht offenbar vor der Abwicklung. In den kommenden Tagen will sich EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia mit Irlands Finanzminister Brian Lenihan treffen, um die Zukunft der Bank zu erötern. Investoren fürchten, dass Irland wegen der aus dem Ruder laufenden Kosten für die Bank nach Griechenland zum nächsten Krisenherd der Euro-Zone werden könnte.
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HB DUBLIN. In Irland verdichten sich die Anzeichen für eine Abwicklung der verstaatlichten Anglo Irish Bank. „Die Bank wird geschlossen - möglichst zügig, sofern diese Entscheidung in ein paar Wochen mit Genehmigung der EU fällt“, sagte Irlands Technologie-Minister Conor Lenihan im Interview mit der Zeitung „Irish Independent“ am Samstag.

Mit seinem Bruder, Finanzminister Brian Lenihan, will sich EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia in den kommenden Tagen treffen, um die Zukunft der Anglo Irish Bank zu erörtern. Die Last müsse gerecht verteilt werden und dürfe den irischen Steuerzahlern nicht zu viele Schulden aufhalsen, sagte Almunia.

Die Milliardenrettung der Bank brockte Irland im vergangenen Jahr das höchste Haushaltsdefizit in der EU ein. Es folgten weitere Kapitalspritzen, ein Ende der Hilfen ist bisher nicht in Sicht. Investoren fürchten, dass Irland wegen der aus dem Ruder laufenden Kosten für die Bank nach Griechenland zum nächsten Krisenherd der Euro-Zone werden könnte.

Zuletzt wuchs der Druck auf Ministerpräsident Brian Cowen, die verstaatliche Bank doch abzuwickeln. Bisher hat die Regierung die Abspaltung einer sogenannten „Bad Bank“ favorisiert. Cowen erklärte am Freitag, dass eine schnelle Abwicklung des Instituts 70 Mrd. Euro oder mehr kosten könnte und nicht im Interesse des Steuerzahlers sei.

Die Abwicklung müsse ordentlich ablaufen, sagte auch Conor Lenihan. Es zu schnell zu erledigen, sei gefährlich und teuer.

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