Bankenkrise
Irische Banker müssen nicht mehr pendeln

Nachdem die Immobilienblase in Europa platzte, stand Irlands Wirtschaft vor dem Aus. Banker pendelten fortan nach London, um dort zu arbeiten. Mit der zurückkehrenden Wirtschaftsstärke kommen auch die Banker zurück.
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LondonLange Zeit verbrachte Liam Boggan seine Sonntagabende damit, zum Flughafen Dublin zu fahren, wo er um 21.10 Uhr die letzte Maschine nach London nahm. Dort war er bei State Street beschäftigt.

Jetzt, wo sich Irland von der Rezession erholt, ist sein Weg zur Arbeit plötzlich rund 1000 Kilometer kürzer.

Boggan, vormals Chef der Aktien-Analyse bei Merrion Stockbrokers, hatte Irland in 2011 den Rücken gekehrt, als die Krise durch die Finanzbranche von Dublin rauschte. Er suchte sich eine Stelle in London. Doch im vergangenen September zog er zurück in die Heimat Irland, um dort für Cantor Fitzgerald zu arbeiten. Die US-Firma hatte den irischen Aktienbroker Dolmen Securities gekauft.

Boggan und seine irischen Freunde in London „hatten sich nach und nach damit abgefunden, auf Dauer pendeln zu müssen“, erzählt der Banker. „Mit der Zeit wurde deutlich, dass es einen zwar kaum wahrnehmbaren, aber tatsächlich vorhandenen Stimmungsumschwung gegenüber Irland gab. Nicht nur Cantor war auf der Bildfläche erschienen - auch andere Broker wollten Leute einstellen.“

Irland ließ im Dezember das internationale Hilfsprogramm hinter sich - und bei Finanzdienstleistern setzte eine Erholung von der schlimmsten Bankenkrise und dem stärksten Immobilien-Einbruch in Westeuropa ein.

Neben Cantor kauften auch Firmen wie der Fondsmanager Investec in Dublin beheimatete Unternehmen. Das bringt nach und nach einige der emigrierten Finanzprofis zurück.

Erst in der vergangenen Woche gab das Wertpapierunternehmen Davy aus Dublin bekannt, dass es Chantal Brennan von PineBridge Investments in London geholt hat. Sie soll Investmentchefin der Asset-Management-Sparte werden.

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Es ist eine klare Trendumkehr gegenüber der Rezession

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