Bankenkrise: KfW geht zurück auf Start

Bankenkrise
KfW geht zurück auf Start

Die staatliche Förderbank KfW wagt einen Neuanfang nach einem katastrophalen Jahr. Umfassende Umstrukturierungen sollen die Bankengruppe wieder nach vorne bringen. Für 2009 plant die KfW nach zwei mageren Jahren sogar eine Überraschung.

HB FRANKFURT. Nach der Pannenserie des vergangenen Jahres hat KfW-Chef Ulrich Schröder eine umfassende Neuausrichtung der staatlichen Bank angekündigt. Allerdings biete das laufende Jahr noch größere Herausforderungen: „2008 war schwierig, 2009 wird ungleich schwieriger“, sagte der Vorstandsvorsitzende der KfW Bankengruppe am Donnerstag in Frankfurt. Dennoch will das Institut nach zwei Verlustjahren in die Gewinnzone zurückkehren: „2009 planen wir einen Gewinn“, sagte Schröder. Dabei betont die KfW ihre Rolle als Förderbank und erwartet zusätzliche Impulse aus den staatlichen Konjunkturpaketen von insgesamt 50 Mrd. Euro in den nächsten Jahren.

Das Jahr 2008 werde die Bank, die dem Bund (80 Prozent) und den Ländern (20 Prozent) gehört, mit einem Konzernverlust abschließen, sagte Schröder. Genaue Zahlen sollen Ende März vorliegen. Nach den ersten neun Monaten 2008 hatte das Institut 1,8 Mrd. Euro Verlust ausgewiesen. „Das vierte Quartal ist nicht besser gelaufen als die Vorquartale, es war eher noch schwieriger“, sagte Schröder. Im Gesamtjahr 2007 hatte vor allem die Krise der Mittelstandsbank IKB, deren Haupteigentümerin die KfW war, bei der KfW für einen Jahresverlust von 6,2 Mrd. Euro gesorgt. Das Ergebnis es Jahres 2008 werde „um Meilen besser sein“, sagte Schröder.

Die Fast-Pleite der IKB, die die KfW mit rund zehn Mrd. Euro belastete, schwächte die Ertragskraft der Bank deutlich, wie Schröder ausführte: „Die KfW hatte in der Vergangenheit Eigenkapital bis zum Abwinken - das hat sich geändert, insbesondere durch die Stützungsmaßnahmen für die IKB.“ Im Sommer hatte die KfW das Düsseldorfer Institut an Lone Star verkauft. „Aus heutiger Sicht darf man davon ausgehen, dass das Kapitel IKB in der Tat für uns abgeschlossen ist mit dem Jahresabschluss 2008“, sagte Schröder.

„Das Jahr 2008 war ein Krisenjahr für die KfW, es macht keinen Sinn, das zu leugnen“, bilanzierte Schröder. Die Millionen- Überweisung an die US-Investmentbank Lehman Brothers am Tag ihres Insolvenzantrages habe die KfW zum Anlass genommen, „sehr intensiv unser gesamtes Risikomanagement zu prüfen“. Nach insgesamt vier internen und externen Prüfungen gebe es noch zehn Felder, in denen sich die Bank beim Umgang mit Risiken verbessern wolle.

Schröder betonte: „Wir sind eine Bank und wollen eine Bank bleiben, wir sind nicht der verlängerte Arm der staatlichen Leistungsverwaltung.“ Er sei zuversichtlich, dass sich dies künftig auch stärker im KfW-Gesetz niederschlagen werde. Zuden müsse der 37- köpfige Verwaltungsrat, in dem etliche Minister, Ministerpräsidenten und Verbandsvertreter sitzen, verkleinert werden.

Im vergangenen Jahr vergab die KfW in ihrem Fördergeschäft insgesamt 70,6 Mrd. Euro etwa an den Mittelstand sowie für Klima- und Umweltschutz. „Wir werden alles tun, um die Kreditversorgung des Mittelstands aufrechzuerhalten“, versicherte Schröder. Das Gesamtfördervolumen verringerte sich im vergangenen Jahr jedoch um 17,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, vor allem weil der Verbriefungsmarkt ausgetrocknet war. Im Jahr 2007 betrug das Fördervolumen nach einer Umstellung der Berechnungsmethodik 85,5 Mrd. Euro.

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