Bankenlobbyist Fitschen
Der Neue hält sich noch zurück

Der Bundesverband deutscher Banken hat stark an Einfluss verloren. Jürgen Fitschen, Co-Chef der Deutschen Bank, soll ihm wieder mehr Gehör verschaffen. Sein Einfluss ist schon spürbar – selbst in Abwesenheit.
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FrankfurtAndreas Schmitz setzt sich an das Rednerpult, ringt sich ein verkniffenes Lächeln ab. Die große Hornbrille sitzt tief unten auf der Nase. Ohne weiteres Wort setzt er zu der vorbereiteten Rede an. Redet schnell, leiert den Text fast herunter. Es ist sein wohl letzter großer Auftritt als Präsident des Bundesverbands der Banken.

Schmitz gibt bekannt, wer den Posten als Chef-Fürsprecher der deutschen Privatbanken übernimmt. Doch er wirkt bei der Verkündung des Wahlergebnisses nur noch wie ein Schatten. Die Aufmerksamkeit hat längst schon sein Nachfolger und Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen auf sich gezogen. Dabei tritt der nach seiner Wahl noch nicht einmal vor die Öffentlichkeit. Obwohl die Vorstände des Bankenverbands im Frankfurter Bürogebäude der Deutschen Bank tagten, obwohl die Pressekonferenz in den gläsernen Zwillingstürmen stattfindet.

Schmitz, Vorstandssprecher der Düsseldorfer Privatbank HSBC Trinkaus, lässt bei der Bekanntgabe des Wahlergebnisses seinen Witz aufblitzen: „Das mag Sie jetzt überraschen, aber ich freue, mich Ihnen mitteilen zu können, dass Herr Fitschen neuer Präsident des Bankenverbands wird.“ Diesmal umspielt ein echtes Lächeln seine Lippen. Der Vorstand des Bankenverbands entschied sich einstimmig. Am 15. April 2013 räumt Schmitz dann offiziell seinen Platz und übergibt das Amt des Bankenlobbyisten.

Abgetreten ist Schmitz aber im Grunde seines Herzens wohl schon längst. Zu umstritten war seine Amtsführung. Kritiker werfen ihm zu wenig Biss und Profillosigkeit vor. Der Bankenverband hat, seit Schmitz das Amt 2009 übernahm, an Einfluss und Reputation verloren.

Schmitz bestach zwar oft mit Witz und Wortgewandtheit, fand aber in der deutschen und internationalen Politik kaum Gehör. Wenn es um Finanzfragen ging, soll sich Bundeskanzlerin Angela Merkel direkt an den früheren Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann gewandt haben. Schmitz blieb außen vor.

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