Bankenpleite
Milliardenzahlung für Kunden der Maple Bank

Die Maple Bank scheiterte an fragwürdigen Cum-Ex-Geschäften. Nun haben ihre Kunden rund 2,6 Milliarden Euro zurückerhalten. Den größten Teil der Rechnung übernehmen die privaten Banken. Die sind davon wenig begeistert.

Die Rechnung, bitte: Im Februar hatte die Finanzaufsicht Bafin die Maple-Bank aus Frankfurt geschlossen. Inzwischen haben die Kunden der insolventen Bank rund 2,6 Milliarden Euro zurückerhalten. Das teilte der Bundesverband deutscher Banken (BdB) am Freitag mit. Nur eine sehr geringe Zahl von Anlegern habe bislang ihre Kontoinformationen nicht eingereicht und konnte daher noch nicht bedacht werden.

Das Geld stammt aus dem Einlagensicherungsfonds des Bankenverbands sowie aus der gesetzlich vorgeschriebenen Entschädigungseinrichtung deutscher Banken. Auf letztere entfallen aber nur rund acht Millionen Euro - den Löwenanteil übernehmen also die im Bankenverband organisierten privaten Banken. Die denken angeblich schon über eine Reform der Einlagensicherung nach. Der Verband dementiert das aber. Zwar prüfe man mögliche Konsequenzen der Maple-Pleite für die Einlagensicherung, heißt es beim BdB. Das Ergebnis dieser Prüfung sei aber völlig offen. Es gebe keinen Anlass, über mögliche Veränderungen zu spekulieren. 

In der Vergangenheit konnten die Banken bei Insolvenzen damit rechnen, mehr als 90 Prozent der Entschädigungssumme durch den Verkauf der Werte einer insolventen Bank wieder einzutreiben. Die Finanzaufsicht Bafin hatte ein Insolvenzverfahren über die Maple-Bank vereinbart. Die deutsche Maple Bank GmbH mit kanadischen Wurzeln war geschlossen worden, weil ihr wegen einer Steuerrückstellung die Überschuldung drohte. Die Bank hatte bestätigt, dass die Rückstellung in Zusammenhang mit möglicherweise illegalen „Cum-Ex“-Aktiengeschäften aus den Jahren 2006 bis 2010 steht. Frühere Angestellte stehen im Verdacht, bis zu 450 Millionen Euro Steuern hinterzogen zu haben. Zu den Maple-Kunden gehörte auch Nordrhein-Westfalen. Das Land hatte insgesamt rund 62,5 Millionen Euro als Termingeld bei Maple angelegt, um das Geld vor Risiken der ehemaligen Landesbank WestLB abzuschirmen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%