Bankenregulierung: Ackermann will Kapitalaufschläge verrechnen lassen

Bankenregulierung
Ackermann will Kapitalaufschläge verrechnen lassen

Josef Ackermann fürchtet um das Geld der Deutschen Bank. Neben der nationalen Bankenabgabe soll auch ein internationaler Kapitalaufschlag (Sifis) folgen. Die Beträge möchte der Schweizer schlicht miteinander verrechnen.
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FrankfurtDeutsche-Bank-Chef Josef Ackermann fürchtet eine übermäßige Belastung von Großbanken infolge der schärferen Regulierung. Er schlug am Mittwoch vor, den international diskutierten Kapitalaufschlag für systemrelevante Institute (Sifis) mit nationalen Bankenabgaben zu verrechen. „Letztlich ist das Ziel der Bankenabgabe und des Sifi-Aufschlags doch das selbe: Die Widerstandsfähigkeit des Finanzsystems zu stärken“, sagte er auf einer Finanzkonferenz in Frankfurt.

Aus Deutschland gilt bislang nur die Deutsche Bank als sichere Kandidatin für die Liste dieser großen Häuser, denen zusätzliche Kapitalauflagen drohen.

Das von dem italienischen EZB-Ratsmitglied Mario Draghi geleitete Financial Stability Board entwickelt derzeit ein Modell, um Sifis anhand ihrer Größe und internationalen Vernetzung zu identifizieren. Zudem wird überprüft, ob die Bank im Finanzsystem als unersetzlich gilt. Erste Ergebnisse werden Mitte des Jahres erwartet. Sifis werden als potenzielles Risiko eingestuft, weil eine Schieflage oder gar Pleite eines solchen Instituts zu einer globalen Kettenreaktion mit schwerwiegenden Folgen führen kann. Ackermann, der auch Chef des Weltbankenverbandes IIF ist, sprach sich gegen eine Festlegung von Sifis aus. Systemrelevanz sei nicht statisch, sondern verändere sich über die Zeit. Zudem müssten auch Versicherer einbezogen werden.

Die Bankenabgabe ist in Deutschland bereits beschlossen.

Daneben wird für die Euro-Zone derzeit auch eine Finanztransaktionssteuer diskutiert - was von der Bundesregierung unterstützt wird. Ackermann warnte auch davor.

Eine solche Steuer würde die Attraktivität der Finanzplätze in der Euro-Zone deutlich schmälern. „Geschäfte würden dann schnell an Orte außerhalb der Euro-Zone abwandern, wie zum Beispiel London.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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