Bankenregulierung
Bundesbank will kleinen Instituten entgegenkommen

Die Bundesbank will kleinere Geldinstitute bei der Bankenregulierung entlasten und für mehr Verhältnismäßigkeit sorgen. Dennoch wolle man gleichzeitig an den strengen Regeln für Eigenkapital und Liquidität festhalten.
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FrankfurtBundesbank-Vorstand Andreas Dombret will kleinere Geldhäuser bei der Regulierung entlasten, ohne ihnen einen Freifahrtschein auszustellen. So sollten die strengen Regeln für Eigenkapital und Liquidität beibehalten werden, sagte er am Donnerstag laut Redetext auf dem bayerischen Sparkassentag in Erlangen. Ein systematisches Absenken der Mindestanforderungen bringe kaum Entlastung. Denn das Niveau sei „bereits jetzt recht ausgewogen“, sagte Dombret, der im Bundesbank-Vorstand für die Bankenaufsicht zuständig ist. Schon seit längerem fordert er mehr Verhältnismäßigkeit bei der Bankenregulierung.

Sinnvolle Erleichterungen für kleinere Institute könnten Dombret zufolge bei den Regeln für Organisation oder Verwaltung gefunden werden. Unnötiger Ballast seien etwa zu weitgehende Meldeanforderungen oder Vorgaben für Vergütungsregeln. Ein erstes Kriterium, als Bank oder Sparkasse unter einfachere Regeln zu fallen, wäre Dombret zufolge eine vergleichsweise geringe Bilanzsumme. „Ich halte Bagatellgrenzen für einen durchaus sinnvollen Ansatz zur Stärkung der Verhältnismäßigkeit in der Regulierung.“

Er bekräftigte frühere Überlegungen, dass eine sinnvolle Grenze, unterhalb der ein Institut die einfacheren Regeln nutzen könnte, etwa im niedrigen einstelligen Milliardenbereich liegen könnte. Die deutsche Bankenbranche ist besonders von kleineren und lokalen Geldhäusern geprägt. Etwa 82 Prozent aller Institute weisen eine Bilanzsumme von drei Milliarden Euro oder weniger aus.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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