Bankenregulierung
EZB senkt Hürden für Dividenden und Boni

Die europäischen Bankenaufseher führen neue Regeln für Ausschüttungen ein. Für Banken wird es nun leichter Geld an Aktionäre oder Mitarbeiter auszuzahlen. Derzeit unterliegen nur fünf Banken einem strikten Verbot.
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FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) geht weniger restriktiv mit Ausschüttungen von Dividenden, Boni sowie Zinsen für eigenkapitalähnliche Anleihen um. Zwar wünscht sich die EZB von den Banken eine ähnlich hohe Eigenkapitalquote wie bisher. Aber mit Dividenden- oder Bonus-Verboten gehen die Bankenaufseher weniger streng um: Denn die Kapitalquoten, die Banken mindestens erfüllen müssen, bevor sie Geld an Aktionäre, Mitarbeiter und Gläubiger zahlen können, werden im kommenden Jahr deutlich sinken.

Hintergrund für diese Lockerung sind neue Regeln der EZB für die individuellen Kapitalzuschläge der Banken: Von großen Banken verlangt die EZB eine Kapitaldecke, die dicker ist als das gesetzliche Minimum. Wie hoch dieser Extra-Aufschlag ausfällt, hängt davon ab, für wie riskant die Bankenaufseher der EZB ein Kreditinstitut halten. Bislang durften Banken nur dann Dividenden ausschütten oder Zinsen für eigenkapitalähnliche Anleihen zahlen, wenn sie neben dem gesetzlichen Minimum auch den individuellen Kapitalzuschlag einhielten.

Künftig gilt: Der Zuschlag wird ab dem Jahr 2017 in einen Pflichtteil und in eine Empfehlung aufgespalten. Strikt verboten sind Dividenden künftig nur noch für Institute, deren Kapitalquote noch unter dem Pflicht-Aufschlag liegt. Dadurch sinkt die Dividenden-Hürde im Durchschnitt von 10,2 Prozent auf nur noch 8,3 Prozent, wie aus am Donnerstag veröffentlichten Unterlagen der Notenbank hervorgeht.

Derzeit würden nur fünf der 127 von der EZB direkt beaufsichtigten Banken verstoßen. Diese Institute könnten aktuell also weder Dividenden, noch Boni zahlen und auch keine Zinsen auf eigenkapitalähnliche Anleihen (Coco-Bonds) ausschütten.

Auch wenn die EZB bei Dividenden nun die Zügel etwas lockert, an ihrer Wunsch-Kapitalquote hat sich nichts geändert. Denn berücksichtigt man auch die Kapitalempfehlungen, die allerdings kein automatisches Dividenden-Verbot mehr auslösen, dann kommt man weiterhin auf eine empfohlene Eigenkapitalquote, die knapp über zehn Prozent liegt.

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Kapitalplan muss vorgelegt werden

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