Bankenrettungsfonds
Staat hat noch 16,9 Milliarden Euro im Feuer

Die Aareal Bank hat als einziges Institut 2014 die stille Einlage des Bankenrettungsfonds Soffin getilgt. Fast 17 Milliarden Euro Staatsgeld stecken noch in deutschen Banken. Mehr als die Hälfte in der Hypo Real Estate.
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FrankfurtKnapp sieben Jahre nach dem Höhepunkt der Finanzkrise hat der Staat bei deutschen Banken noch immer fast 17 Milliarden Euro im Feuer. Nur die Aareal Bank hat im vergangenen Jahr die Stille Einlage des Bankenrettungsfonds SoFFin von 300 Millionen Euro getilgt – und dafür noch einmal 33 Millionen Euro Zinsen und Gebühren bezahlt, wie die Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA) am Freitag bilanzierte. Mehr als die Hälfte der verbliebenen 16,9 Milliarden Euro stecken im Münchener Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) und dessen staatlicher Abwicklungsanstalt FMS Wertmanagement.

Insgesamt hat die Bankenrettung die FMSA bis zum Jahresende 21,9 Milliarden Euro gekostet. 2014 kamen weitere 419 Millionen Euro Verlust hinzu. Neben Zinsen schlugen hier Rückstellungen für drohende Verluste der HRE-„Bad Bank“ FMS aus ihrem Engagement bei der österreichischen Heta und der zum Bilanzstichtag gesunkene Aktienkurs der Commerzbank zu Buche. Als Miteigentümer der zweitgrößten deutschen Bank ist der von der FMSA verwaltete SoFFin ebenfalls im Minus: 5,1 Milliarden Euro hatte er einst in seine Beteiligung investiert, Ende 2014 waren die Anteile an der Commerzbank und der HRE zusammen aber nur 3,6 Milliarden Euro wert.

Seit 2011 verwaltet die FMSA auch die Bankenabgabe: Sie stagnierte im vergangenen Jahr bei 520 Millionen Euro. Insgesamt haben die deutschen Banken in vier Jahren 2,3 Milliarden Euro in den Fonds eingezahlt, mit dem die finanziellen Folgen einer nächsten Bankenkrise abgefedert werden sollen. Ab 2015 kommen auf die deutschen Kreditinstitute aber deutlich höhere Summen zu. Seit Jahresbeginn treibt die FMSA die – deutlich höhere – europäische Bankenabgabe ein. Das bisher angesparte Geld würde im Ernstfall als Kredit an den Bankenabwicklungsfonds der EU weitergereicht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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