Bankentagung: Sparkassen wettern gegen pauschale Eigenkapitalregeln

Bankentagung
Sparkassen wettern gegen pauschale Eigenkapitalregeln

Die Sparkassen haben sich erneut gegen pauschale Eigenkapitalregeln ausgesprochen. Strengere Anforderungen seien grundsätzlich richtig, sagte Verbandspräsident Heinrich Haasis auf der Handelsblatt-Bankentagung. Aber dies sollte nicht jene Institute treffen, die für die Finanzkrise nicht verantwortlich seien: die Sparkassen.
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HB FRANKFURT. Die derzeit diskutierten strengeren Eigenkapitalregeln für Banken sind aus Sicht des Sparkassenverbands viel zu wenig differenziert.

Strengere Eigenkapitalanforderungen seien grundsätzlich richtig, sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, Heinrich Haasis, am Mittwoch auf der Handelsblatt-Bankentagung in Frankfurt laut Redemanuskript. „Aber doch nicht dort, wo gar keine hohen systemischen Risiken bestehen, etwa bei gut gestreuten und kleinvolumigen Unternehmenskrediten.“

Es würden gerade diejenigen Institute bestraft, die in der Krise nicht auffällig geworden seien. Die derzeit diskutierten Zahlen entsprächen einer Verdoppelung der bisherigen Eigenkapitalanforderungen.

Haasis wiederholte auch seine Kritik an einem europäischen Einlagensicherungssystem. „Es ist aber absolut nicht sachgerecht, dafür jetzt Doppelzahlungen zu verlangen - einerseits in ein verpflichtendes Einlagensicherungssystem, andererseits für die Institutssicherung.“ Die Sparkassen würden ja ohnehin an der Bankenabgabe der Bundesregierung beteiligt.

„Jetzt kommt aber auch noch die EU und fordert Zahlungen in ein weiteres System, das für die Sparkassen, deren Kunden und damit auch für unseren Finanzmarkt nicht nützlich ist.“ Irgendwann sei die Grenze der Belastbarkeit erreicht.

Immerhin seien die Sparkassen in der Finanzkrise Teil der Lösung gewesen und hätten sich als Miteigner an der Rettung von in Schieflage geratenen Landesbanken beteiligt.

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  • Lieber Herr Haasis,
    Sie kennen ihr eigenes Haus nicht - oder sind extrem vergesslich!

    "... Die Krise hat doch klar gezeigt, dass Kreditgeschäfte vor Ort, mit Menschen und Unternehmen, die man kennt, kein Stabilitätsrisiko darstellen ..." - vielleicht sollten Sie sich zum beispiel einmal an die Sparkasse Kölnbonn erinnern, die mit dem von ihnen geschilderten Geschäftsgebaren im Prinzip mehr als Pleite ist ...
    Und dann gibt es ja noch ein paar Landesbanken, von denen die meisten den Sparkassen gehören - oder?

    ihre Antwort???

  • Die Sparkassen und Genossenschaftsbanken waren der Rettungsanker in der Finanzkrise. Weiterhin haben viele bürger dort ihr Geld sicher angelegt.
    All dies ist den Privatbanken ein Dorn im Auge.
    Sie wolen mehr Geld zum Zocken und haben ja an der Krise gut verdient. Verluste werden den Steuerzahler aufgebürdet und die Gewinne bleiben privat.
    Und so wird mittels Gesetzgebung der Schwarz-Geld regierung alles notwenige getan, um die lästige Konkurenz zu beseitigen und die Kunden in die Fänge der Privatbanken zu zwingen.

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