Bankenumbau
Portugals Institute müssen sich beweisen

Schwere Zeiten für Portugals Banken: Bis Ende Juni haben die Institute Zeit, eine glaubhafte Strategie zu ihrer Entschuldung und Stabilisierung vorzulegen. Zu allem Übel werden die Mindestkapitalquoten hochgesetzt.
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LissabonAuf Portugals Banken kommen schwierige Monate zu. Zwar hat das 78 Milliarden Euro schwere Rettungspaket, über das die EU-Finanzminister gestern berieten, ihre größten Liquiditätsengpässe im Zuge der Schuldenkrise erst einmal gebannt. Doch die Institute bleiben, solange der Kapitalmarkt für sie so schwer zugänglich bleibt, von der Refinanzierung über die Europäische Zentralbank abhängig. Das betonen die Analysten der Ratingagentur Fitch. Ende März standen die Institute mit 39 Milliarden Euro bei der EZB in der Kreide.

Zwar wurden im Zuge der milliardenschweren Rettung durch die EU die nationalen Garantien für Bankanleihen von 20 Milliarden Euro auf 35 Milliarden Euro aufgestockt. Doch der Hintergedanke dabei ist vor allem, dass die Geldinstitute, die diese garantierten Anleihen kaufen, damit zusätzliche Papiere haben, die sie bei der EZB als Garantie für Liquidität hinterlegen dürfen.

Bankenumbau wird beschleunigt

Die Banken versuchen schon seit Beginn der Schuldenkrise, ihren Liquiditätsbedarf zu senken und gleichzeitig ihre Kapitalbasis zu stärken. Dazu werben sie Spareinlagen ein, bauen Kredite ab und trennen sich so weit wie möglich von Beteiligungen. Dieser Prozess soll jetzt unter Aufsicht der portugiesischen Zentralbank und der EZB beschleunigt werden. Beide Institutionen werden in Zusammenarbeit mit der EU und dem Internationalen Währungsfonds IWF Ziele vorgeben und deren Umsetzung regelmäßig prüfen. Die Banken müssen bis Ende Juni Entschuldungs- und Konsolidierungsstrategien vorlegen.

Dieser Prozess dürfte allerdings die Rezession in Portugal verstärken, was wiederum den Banken schadet. Schon dieses Jahr dürften die Gewinne im Zuge der Rezession, durch die sich die Qualität der Kredite im Bestand verschlechtert und weniger neues Geschäft gemacht wird, niedrig ausfallen, warnen die Analysten von Fitch. Im vergangenen Jahr konnten die Banken das schlechte Heimatgeschäft teilweise durch ihr Auslandsgeschäft ausgleichen. Beim zweitgrößten Institut des Landes, BPI, kam rund die Hälfte des Nettoeinkommens aus Angola, beim viertgrößten Institut nach Bilanzsumme, Millennium BCP, half das gute Geschäft in Polen sowie in Angola und Mosambik.

Der Abbau der billigen EZB-Kredite belastet die Bilanz zusätzlich. Diese sorgen nämlich derzeit für hohe Zinsmargen. Im Zuge der sinkenden Abhängigkeit der Banken von der EZB dürften die Zinseinnahmen bis 2012 um 10 bis 20 Prozent sinken, erwarten die Experten von Macquarie.

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