Bankenverband
Bearbeitungsgebühren verärgern Verbraucher

Die Kreditbearbeitungsgebühren der Banken sind Verbrauchern ein Ärgernis. 120.000 Beschwerden lägen dazu vor, teilt der Bundesgerichtshof mit. Die Betroffenen würden Rückzahlungen fordern.

BerlinNach dem Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) zu Bearbeitungsgebühren für Verbraucherkredite sind bei der Schlichtungsstelle des Bankenverbandes in den vergangenen zwei Jahren rund 120.000 Beschwerden eingegangen. Bis auf einen Restbestand seien die Beschwerdefälle mittlerweile zu 98 Prozent abgeschlossen, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, Michael Kemmer, am Donnerstag in Berlin. In rund 90 Prozent der Fälle hätten die Banken den Kunden das Bearbeitungsentgelt erstattet.

Der BGH hatte 2014 entschieden, dass Bankkunden unzulässig erhobene Bearbeitungsgebühren für Konsumentenkredite zurückfordern können, die sie ab 2004 abgeschlossen haben. Es folgte eine Flut von Rückforderungen, die bis Ende 2015 auf fast 120.000 anwuchs. Üblicherweise werden bei der Verbraucherschlichtungsstelle der privaten Banken jährlich 6.000 bis 8.000 Fälle registriert.

Allein bis Ende Dezember 2014 gingen bei der Ombudsstelle des Bankenverbandes den Angaben zufolge rund 103.000 Beschwerden zu den Bearbeitungsgebühren ein. Meistens erstatteten die Banken den Kunden die Entgelte, noch bevor eine Entscheidung der Ombudsleute notwendig wurde. Auch 2015 gingen noch mehr als 15.000 Beschwerden ein. „Wir sind zuversichtlich, den gesamten Komplex bis Ende 2016 abgeschlossen zu haben“, erklärte Kemmer bei der Vorstellung des Ombudsmann-Tätigkeitsberichts.

Abgesehen von den Bearbeitungsentgelten betrafen die meisten Meinungsverschiedenheiten zwischen Kunden und ihren Banken im vergangenen Jahr das Wertpapiergeschäft, und hier vor allem die Anlageberatung. Dazu gingen bei der Schlichtungsstelle mehr als 2800 Beschwerden ein.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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