Bankenverband
„Einlagen der kleinen Leute sind sicher“

Die deutschen Finanzinstitute sind nach Einschätzung des Bundesverbandes deutscher Banken gut aufgestellt. Nach Kapitalerhöhungen in den vergangenen Monaten stehen die Banken laut BdB im internationalen Vergleich gut da.
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KölnTrotz neuer Diskussionen über Bankenrettungspakete müssen sich die deutschen Sparer nach Ansicht des Bankenverbandes keine Sorgen über ihre Guthaben machen. „Wir haben in Deutschland ein sehr gutes System der Einlagensicherung, das noch weit über das hinaus geht, was es in anderen Ländern Europas gibt. Die Einlagen der Sparer, der kleinen Leute, wie man so schön sagt, sind absolut sicher“, sagte Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), am Dienstag im ARD-„Morgenmagazin“.

„Den deutschen Banken geht es gut“, sagte Kemmer mit Blick auf die Teilverstaatlichung der belgisch-französischen Großbank Dexia in der Schuldenkrise. „Sie sind gut aufgestellt. Sie haben in den letzten Monaten ihr Kapital erhöht. Sie sind stabil“, betonte Kemmer. Die Griechenland-Engagements seien überschaubar. Nach der Finanzkrise 2008 hätten die deutschen Banken „ihre Hausaufgaben gemacht“. Sie hätten auch das Risikomanagement verbessert. „Im internationalen Vergleich stehen die deutschen Banken derzeit gut da“, versicherte Kemmer.

Drei Jahre, nachdem das weltweite Finanzsystem vor dem Zusammenbruch stand, geht die Angst vor einem neuen Flächenbrand um. Denn die Schuldenkrise und der drohende Staatsbankrott Griechenlands schüren die Befürchtungen, dass viele Banken nicht mehr über ausreichendes Eigenkapitel verfügen, um mögliche Ausfälle zu stemmen. Deshalb wird jetzt zunehmend über eine erzwungene oder koordinierte Rekapitalisierung der Banken debattiert.

Dazu sagte Kemmer, bei der Stärkung der Kapitaldecke einzelner Banken könne man jedoch „nicht mit der Gießkanne arbeiten“. „Wenn jetzt die europäischen Staaten wieder neues Geld aufnehmen, um es den Banken zu geben, verstärkt das möglicherweise die Sorge der Investoren über die Rückzahlungsfähigkeit der Staaten.“ Allerdings könne es Fälle geben, in denen das nicht zu vermeiden sei. Aber hier müsse man sehr genau überlegen, wo es Sinn mache, Kapital hineinzugeben.

Kemmer warnte vor einer stärkeren Beteiligung privater Gläubiger an der Griechenland-Rettung. Bevor weitere Schuldenerlasse aus dem privaten Sektor zugunsten Griechenlands vereinbart würden, sollten erst einmal die im Juli vereinbarten 21 Prozent eingeholt werden, sagte er im Morgenmagazin. „Das ist technisch nicht so ganz einfach, das ist ein Riesenbetrag. Es führt nicht dazu, dass das Vertrauen der Finanzmärkte wieder zurückkommt, wenn wir, bevor wir die eine Aktion beendet haben, schon wieder über die zweite und dritte Aktion sprechen.“ Auch der international abgestimmte Fahrplan zur Verbesserung der Kapitalausstattung (Basel III) sollte eingehalten.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bankenverband: „Einlagen der kleinen Leute sind sicher“"

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  • @Kritiker:
    Man muss schon großes Mitleid mit Ihnen haben, wenn die Reduzierung der Einlagensicherung auf 8,75% des haftenden EK Sie beeinträchtigen sollte. Es sind immerhin immer noch 8,75% des hEK je Anleger, d.h. auch bei der kleinsten an den Einlagensicherungsfonds angeschlossenen Bank noch weit über 400.000 EUR. Wenn Sie dadurch zu sehr beeinträchtigt werden, empfehle ich Ihnen, das Geld zu einer größeren Bank zu bringen (bei der DB, CoBa oder HVB/UniCredit sind Sie dann immer noch mit ein paar Milliönchen abgesichert). Wenn auch das nicht reichen sollte, Ihr Problem zu lösen, nehme ich Ihnen diese Problem geren ab. Überweisen Sie mir einfach die paar zig Millionen, die dann nicht mehr durch den Einlagenfonds gedeckt sind und Sie haben die Sorgen los.

    Natürlich haben SIe recht, dass die Einlagensicherung einen kompletten Zusammenbruch des Bankwesens in Deutschland nicht anfangen kann - das könnten auch die Sicherungssysteme (Institutssicherung) der Volksbanken und Sparkassen nicht. Und dann hilft natürlich auch eine Staatsgarantie nichts mehr.
    Aber ganz ehrlich: Auch dann habe zumindest ich andere Sorgen als meine Spareinlagen.
    Sie als zigfacher Multimillionär haben ja bestimmt sowieso auch noch ausgedehnte Ländereien, tonnenweise Gold, Platin und als "Keingeld" Silber im Kellertresor.

  • "Niemand hat vor eine Mauer zu bauen".

    Herr Kemmer vergaß zu erwähnen, dass sein Verband eine drastische Reduzierung der Einladungsicherung von 30% auf 8,75% des haftenden Eigenkapitals plant. Über die Reform soll die Delegiertenversammlung des BdB am 17. Oktober entscheiden, da mehrere Satzungsänderungen nötig sind.

    Auf die Leistungen eines freiwilligen Einlagensicherungsfonds gibt es für den Kunden auch keinen unmittelbaren Rechtsanspruch gegen den Fonds seines Geldinstituts.

    Und wenne Bank pleite geht, wird sie wegen der Verflechtung des Bankensystems die anderen mitreissen, dann ist die Einlagensicherung ohnehin Makulatur. Wer sein Geld in Sparbriefen bei der Bank hat, ist dann selbst dran schuld, wenn es weg ist.

  • ja. das ist paradox. aber wie schon der herr blüm sagte. die renten sind sicher. über eine kappung der rentenleistung hatte er sich ausgeschwiegen.

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