Banker-Vergütung Bonus-Pool der Commerzbank schrumpft

Boni für Banker stehen seit der Finanzkrise unter Beschuss, neue Regeln begrenzen die Ausschüttungen. Die Commerzbank hat im vergangenen Jahr zehn Prozent weniger leistungsabhängig gezahlt. Besänftigt das den Bund?
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Martin Blessing hat 2014 mehr als 2,6 Millionen Euro verdient. Quelle: dpa
Commerzbank-Chef

Martin Blessing hat 2014 mehr als 2,6 Millionen Euro verdient.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Commerzbank hat die variable Vergütung der Mitarbeiter im vergangenen Jahr um zehn Prozent gesenkt, während Vorstandschef Martin Blessing erstmals seit 2007 wieder einen Bonus erhalten hat.

Die variable Vergütung fiel auf 338 Millionen Euro von 377 Millionen Euro im Vorjahr, geht es aus einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der Bank hervor. Insgesamt zahlte die Bank 3,8 Milliarden Euro (nach 3,9 Milliarden Euro im Jahr 2013) an ihre Mitarbeiter.

Blessing, der insgesamt 2,67 Millionen Euro für 2014 erhalten hat, baut derzeit das Kreditgeschäft in Deutschland aus und streicht Tausende Jobs, um die Profitabilität der Bank zu erhöhen. Auf der Hauptversammlung im Apri hatten die Aktionäre der Bank verweigert, die maximalen Bonus-Auszahlungen für Spitzenmanager zu erhöhen. Der Bund als größter Aktionär der Bank hatte sich dagegen gestellt.

Die Bundesregierung hatte auf der Hauptversammlung der Commerzbank die Bonuspläne für Spitzenkräfte gestoppt. Die Bank wollte sich die Erlaubnis holen, bis zu 210 hochrangigen Mitarbeitern unter dem Vorstand Boni in Höhe von 200 Prozent ihres Fixgehaltes zu zahlen. Da die Hauptversammlung dünn besucht war, genügte dem Bund sein Stimmenanteil von 15,6 Prozent, um die dafür nötige Dreiviertelmehrheit zu verhindern. Damit darf der Bonus dieser Banker ihr Fixgehalt nicht übersteigen.

Für die Politik sind höhere Boni für Investmentbanker heikel. Das gilt umso mehr, als der Bund die Bank einst mit Steuergeld retten musste und noch Aktien hält, von denen er sich derzeit nur mit Verlust trennen könnte. Ein sattes Boni-Plus sei öffentlich nicht vertretbar, hieß es in SPD-Kreisen. Zumindest hätte man ähnlich gute Argumente gebraucht wie beim Vorstand: eine überzeugende Darstellung, dass die Gehälter insgesamt durch das neue System nicht kräftig steigen.

Nach EU-Recht sind die Banker-Boni auf die Höhe des jährlichen Grundgehalts gedeckelt – es sei denn, die Hauptversammlung stimmt einer Obergrenze von 200 Prozent zu. Die Deutsche Bank hatte dafür die Genehmigung der Aktionäre erhalten.

Wie Fitch durch die deutsche Bankenlandschaft pflügt
Deutsche Banken
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Banken können sich aus Sicht der Ratingagentur Fitch künftig in einer Krise kaum noch auf staatliche Unterstützung verlassen. Als Konsequenz daraus verpasste Fitch als erste der drei großen Ratingagenturen Mitte Mai Dutzenden Geldhäusern in einem Rundumschlag schlechtere Noten für ihre Kreditwürdigkeit. Ein schlechteres Langfrist-Rating macht die Refinanzierung für die Institute tendenziell teurer.

Die Fitch-Skala hat 23-Stufen und beginnt bei der Bestnote AAA und reicht bis zu D = Kreditausfall.

Commerzbank
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Am härtesten erwischt es die Commerzbank. Ihre Kreditwürdigkeit wird von der US-Ratingagentur gleich um vier Stufen auf jetzt BBB gesenkt. Damit liegt sie nur noch zwei Stufen über Ramsch-Niveau.

Der Grund für die strengere Bewertung: Das Institut kann wie alle Geldhäuser nach den neuen EU-Regeln nicht mehr wie in der Finanzkrise darauf setzen kann, vom Staat gerettet zu werden.

Die Agentur macht ihr aber Hoffnung auf eine bessere Note in den nächsten 12 bis 18 Monaten, wenn sie ihre Rendite bis dahin verbessert. Bisher hinke sie beim Gewinn „trotz gradueller Verbesserungen hinter der Konkurrenz zurück“.

Deutsche Bank
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Die bisher gleichauf mit der Commerzbank eingestufte Deutsche Bank wird mit „A“ eine Stufe schlechter bewertet. Die Deutsche Bank hat damit ihren Vorsprung etwa auf die Rivalen UBS und Credit Suisse verloren.

Fitch bestätigte die Einstufungen für die britische Barclays („A“), die französischen Großbanken Société Générale („A“) und BNP Paribas („A+“).

Unicredit Bank - Hypo-Vereinsbank
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Die Muttergesellschaft der Hypo-Vereinsbank muss ebenfalls eine Herabstufung verkraften, für die Unicredit Bank AG geht es um zwei Stufen abwärts auf „A-“.

Aareal Bank
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Der Immobilienfinanzierer Aareal Bank trägt jetzt noch die Note „BBB“ für seine langfristigen Verbindlichkeiten, von zuvor „A-“.

Bayern LB
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Selbst mit Landesbanken und Instituten aus dem öffentlichen Sektor, die dem Staat oder Ländern gehören, geht die Ratingagentur härter ins Gericht. Dennoch stufte die Agentur auch die Bayerische Landesbank herab auf „A-“, da eine staatliche Unterstützung noch möglich, aber weniger wahrscheinlich sei.

LBBW
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Gleiches gilt für die Landesbank Baden-Württemberg, die ebenfalls jetzt nur noch mit „A-“ bewertet wird.

  • Bloomberg
  • yo
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