Bankia: Spanisches Geldhaus überrascht mit Gewinnsprung

Bankia
Spanisches Geldhaus überrascht mit Gewinnsprung

Die spanische Bankia legte überraschend kräftig zu und erwirtschaftete einen satten Überschuss. Analysten waren eigentlich von einem Gewinnrückgang ausgegangen. Dass es anders kam, hat vor allem eine Ursache.

MadridDas verstaatlichte spanische Geldhaus Bankia hat seinen Gewinn trotz hoher Sonderlasten für Rechtsstreitigkeiten deutlich gesteigert. Der Überschuss legte 2015 um knapp 40 Prozent auf 1,04 Milliarden Euro zu, wie Bankia am Montag mitteilte. Analysten hatten hingegen einen Rückgang erwartet. Die konjunkturelle Erholung im Land sorgte dafür, dass weniger Kredite platzten.

Die spanische Wirtschaft ist im vorigen Jahr so kräftig gewachsen wie seit 2007 nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt kletterte um 3,2 Prozent und profitierte vom boomenden Tourismus, der Kauflaune der Verbraucher und anziehenden Exporten. Allein im vierten Quartal wies die Bank deswegen einen Überschuss von 185 Millionen Euro aus nach einem Verlust von 50 Millionen Euro im Vorjahresquartal.

An der Börse zogen Bankia-Aktien zu Wochenbeginn um sieben Prozent an.

Das Institut ist nach der geplatzten Immobilienpreisblase zum Symbol für Spaniens Finanzkrise geworden. Kaum ein Jahr nach dem Börsengang musste die Bank vom Steuerzahler vor dem Kollaps gerettet werden. Hunderttausende Kleinaktionäre verloren dabei Geld.

In den vergangenen drei Jahren hat Bankia aber kontinuierlich Fortschritte gemacht. Die Regierung in Madrid hält noch 64 Prozent der Aktien. Bis Ende 2017 ist der Ausstieg geplant. Bei einem Aktienkurs von weniger als 1,35 Euro ist dies allerdings nur mit Verlusten möglich.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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