Banksparten-Übernahme Merck Fink ringt um deutsche Privatkunden

„Das war ein Kopf-an-Kopf-Rennen bis zum Schluss”, sagt Merck Fink-Chef Krume – und gesteht die Niederlage beim Ringen um deutsche Privatkunden ein. Doch die Münchener Privatbank will sich nicht geschlagen geben.
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Die rund 9000 reichen Privatkunden, die die Credit Suisse in Deutschland geführt hatte, gehen an den Merck-Finck-Rivalen Bethmann Bank. Quelle: Reuters

Die rund 9000 reichen Privatkunden, die die Credit Suisse in Deutschland geführt hatte, gehen an den Merck-Finck-Rivalen Bethmann Bank.

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FrankfurtDie Münchner Privatbank Merck Finck hält auch nach der Niederlage im Ringen um die deutsche Privatkunden-Sparte von Credit Suisse Ausschau nach Übernahmen. „Der deutsche Bankenmarkt ist reif für eine Konsolidierung. Einige Banken, die jahrelang vergeblich versucht haben, hier Fuß zu fassen, ziehen sich zurück”, sagte Merck-Finck-Chef Michael Krume am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. „Aber es gibt nur einige wenige Adressen, die solche Bestände gerne aufnehmen - wir gehören dazu.” Vor allem Schweizer Banken, die hierzulande trotz großer Anstrengungen nie recht auf die Beine gekommen waren, zögen sich zurück.

Die rund 9000 reichen Privatkunden, die die Credit Suisse in Deutschland geführt hatte, gehen allerdings an den Merck-Finck-Rivalen Bethmann Bank. Analysten schätzen den Kaufpreis auf 100 bis 150 Millionen Euro. Merck Finck hätte das verwaltete Vermögen mit den zehn Milliarden Euro der Credit-Suisse-Kunden mehr als verdoppelt. „Das war ein Kopf-an-Kopf-Rennen bis zum Schluss”, sagte Krume. „CS hat hier exzellente Mitarbeiter, und auch die Standorte und die Kundenstruktur hätten gut zu uns gepasst.” Merck Finck habe gute Erfahrungen mit Zukäufen gemacht. „Den Kundenschwund nach einer Übernahme haben wir als sehr gering wahrgenommen.” 2001 hatte die Bank die Privatkunden-Sparte der WestLB gekauft, 2005 die der Westfalenbank in Bochum.

Merck Finck war mit der luxemburgischen Muttergesellschaft KBL 2012 an die vom katarischen Herrscherhaus gehaltene Investmentfirma Precision Capital verkauft worden, der mehrere Privatbanken in Europa gehören. „Es ist wunderbar, wenn man einen Eigentümer mit tiefen Taschen hat”, sagte Krume. „Aber es liegt im Moment nichts Konkretes auf dem Tisch.”

Wachsen wolle Merck Finck trotzdem. „Größe ist nicht alles, aber Wachstum ist für uns sehr wichtig”, sagte der Vorstandschef. Jedes Jahr soll eine Milliarde Euro brutto an verwaltetem Vermögen hinzukommen - nun vorerst aus eigener Kraft. „Wir werden in Kürze massiv mit Stellenanzeigen um neue Berater werben”, die im Idealfall bereits Kunden mitbringen, wie Krume sagte. Vor allem im Norden des Landes habe Merck Finck noch weiße Flecken.

Zugleich sieht die Privatbank überraschende neue Konkurrenz - doch weniger von Großbanken, die im Segment der wohlhabenden Privatkunden die Platzhirsche sind. „Wir sehen aber eine starke Zunahme der Qualität bei den Sparkassen und Volksbanken”, sagte Krume. „Da wächst eine neue Konkurrenz heran.”

  • rtr
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