Basel-III-Vorschriften
Banken erhalten Zeit bis Mitte 2013

Die neuen, verschärften Eigenkapital- und Liquiditätsvorschriften (Basel III) werden für die Banken wohl erst Mitte 2013 bindend. Denn erst dann werden die Aufsichtsbehörden anfangen, die Daten einzusammeln.
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FrankfurtDeutsche Banken müssen sich Aufsichtskreisen zufolge de facto erst Mitte nächsten Jahres an die verschärften Eigenkapital- und Liquiditätsvorschriften halten. Frühestens ab Juli verlangten die Bundesbank und die Finanzaufsicht BaFin von ihnen, die nach dem neuen Standard ermittelten Kapitalquoten und die neu eingeführten Liquiditäts-Kennziffern zu berechnen und zu melden.

„Wir werden von den Instituten nichts verlangen, was sie nicht leisten können“, sagte ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Eigentlich sollten die neuen, unter dem Schlagwort Basel III bekannten Regeln Anfang 2013 weltweit in Kraft treten.

Die Verhandlungen über die Umsetzung des Basel-III-Standards in EU-Recht ziehen sich aber länger als erwartet hin. Frühestens Ende Oktober dürften die genauen Regeln in Brüssel stehen. Banken und IT-Fachleute haben davor gewarnt, dass die Zeit dann nicht ausreiche, um die Computersysteme rechtzeitig anzupassen und alle Papiere der Banken neu zu bewerten.

Dafür seien mindestens sechs Monate nötig. Die britische Finanzaufsicht FSA hat bereits angekündigt, dass sie erst im Juli 2013 anfangen wird, die Daten von den Banken einzusammeln. Experten zufolge könnten die Institute bis dahin ihre Kapitalquoten allenfalls schätzen. Die Bundesbank und die BaFin wollten sich zum Zeitplan nicht äußern.

Bankenvertretern reicht eine informelle Verschiebung nicht. „Qualität geht in jedem Fall vor Zeitplan, und die Banken müssen eine realistische Chance haben, ein neues, komplexes Regelwerk mit ausreichender Frist in die Praxis umzusetzen“, forderte der Hauptgeschäftsführer des Landes- und Förderbanken-Verbandes VÖB, Hans Reckers, am Mittwoch. Die Banken bräuchten zumindest eine verbindliche Nichtanwendungsfrist, um Rechts- und Planungssicherheit zu haben.

Künftig sollen nur noch Aktienkapital und Gewinnrücklagen (hartes Kernkapital) als echtes Eigenkapitalpolster zählen - und davon müssen die Banken deutlich mehr aufbringen als bisher, um die Folgen einer Finanzkrise zu mildern. Die Risiken in der Bilanz, für die die Banken Kernkapital vorhalten müssen, werden zugleich neu und meist höher bewertet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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