Baseler Ausschuss
Schattenbanken durch die Hintertür reguliert

Wenn Banken künftig Investitionen in Hedgefonds oder Beteiligungsgesellschaften stecken wollen, müssen sie künftig deutlich mehr Kapital als Sicherheit zurücklegen. Damit sollen Schattenbanken besser kontrolliert werden.
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FrankfurtDer Spielraum der Banken bei Investitionen in Hedgefonds sowie Beteiligungsgesellschaften soll eingeschränkt werden. Nach dem Willen der im Baseler Ausschuss zusammengeschlossenen internationalen Regulierer werden sie künftig für derartige Investitionen deutlich mehr Kapital als Sicherheit zurücklegen müssen als bislang. Wie der Ausschuss am Freitag mitteilte, steigen die Anforderungen an solche Engagements, wenn das Institut den Aufsichtsbehörden die Risiken nicht ausreichend darlegen kann.

Die neue Regelung ist Teil der internationalen Bemühungen auf G20-Ebene den so genannten Schattenbankensektor, der nicht von den Regeln für normale Banken erfasst wird, enger an die Kandare zu nehmen. Die jetzt erlassene Vorschrift, die noch in nationales Recht übertragen werden muss, versucht dies quasi durch die Hintertür, indem sie es für regulierte Banken teurer macht, sich an riskanten Fonds und anderen Finanz-Vehikeln zu beteiligen. Der Schattenbankensektor hat nach Schätzungen der Regulierer global ein Volumen von etwa 70 Billionen Dollar.

Nach der neuen Regel des Baseler Ausschuss werden riskante Beteiligungen der Banken künftig mit maximal 1250 Prozent gewichtet, bislang sind es höchstens 150 Prozent. Je besser eine Bank weiß, was der Fonds, dem sie Geld gibt, macht und welche Risiken sie damit eingeht, desto geringer wird die Risikogewichtung und damit die Summe, die sie zurücklegen muss. Die Bankenlobby hatte verlangt, die maximale Risikogewichtung auf 400 Prozent zu begrenzen, sich damit bei den Regulierern in Basel aber einen Korb geholt. Für Deutschland sitzt Bundesbank-Vizepräsidentin Sabine Lautenschläger im Baseler Ausschuss.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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