Baudouin Prot: Deutsche Institute forcieren die Diskussion, um die Aktienkurse zu treiben: BNP glaubt nicht an Bankenkonsolidierung

Baudouin Prot: Deutsche Institute forcieren die Diskussion, um die Aktienkurse zu treiben
BNP glaubt nicht an Bankenkonsolidierung

Der Chef von BNP Paribas, Baudouin Prot, bezweifelt, dass in diesem Jahr die von vielen Experten erwartete Konsolidierung der europäischen Bankenlandschaft beginnt. „Es wird viel darüber geredet, passiert ist jedoch nichts“, sagte der Generaldirektor der nach Börsenwert größten Bank der Euro-Zone dem Handelsblatt.

PARIS.Vor allem in Deutschland wird viel über eine bevorstehende Übernahmewelle spekuliert. Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller hatte erst kürzlich vor einer Übernahme aus dem Ausland gewarnt. „Mir scheint, diese Diskussion hat primär das Ziel, die Aktienkurse der Banken zu stützen“, sagte dagegen Prot. Er stellte unmissverständlich klar: „An einer deutschen Großbank sind wir nicht interessiert, aber kleinere oder mittlere Zukäufe sind denkbar, wenn sich günstige Gelegenheiten bieten.“

In Deutschland hatte BNP Paribas dabei zuletzt wenig Glück. Bei den Verkäufen der Konsumentenkreditbank Norisbank und der Bethmann Bank durch die Hypo-Vereinsbank gingen die Franzosen leer aus. DZ Bank und ABN Amro machten das Rennen. Auch in Frankreich scheiterte BNP 2003 bei dem Versuch, Crédit Lyonnais (CL) zu schlucken.

„Angesichts der bevorstehenden Strukturreformen sowohl im Bankensektor als auch gesamtwirtschaftlich wäre es aber verrückt zu glauben, es gäbe keine interessanten Übernahmeziele mehr in Deutschland“, sagte der BNP-Paribas-Chef. „Aber wir stehen unter keinerlei Druck zuzukaufen.“ Prots Kriegskasse ist gut gefüllt: Analysten schätzen die liquiden Mittel von BNP auf fünf Mrd. Euro.

Neben dem europäischen Markt hat BNP Paribas weiterhin die USA im Visier. Hier ist die Bank bereits mit der Bank of the West und der United California Bank an der Westküste vertreten. Im renditestarken US-Markt will Prot sowohl das Großkundengeschäft als auch das Retailbanking ausbauen.

Als weiteres Wachstumsfeld sieht der seit neun Monaten amtierende Bank-Chef die Emerging Markets. „Brasilien, Russland und China sind für uns interessante Märkte“, unterstrich Prot. Auch hier kann er sich Zukäufe vorstellen. Im November hatte BNP Paribas die Kontrolle der Industrial & Commercial Bank of China in Schanghai übernommen. Damit sind die Franzosen die Ersten, die in China volle Kontrolle über eine inländische Bank haben.

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