BayernLB und WestLB: Der Traum von einem neuen Bankenriesen

BayernLB und WestLB
Der Traum von einem neuen Bankenriesen

BayernLB und WestLB verhandeln über eine Fusion. Das Ziel: eine Universalbank mit Schwerpunkt auf Unternehmensfinanzierungen. Unter Applaus der Politik würde so die drittgrößte Bank des Landes nach der Deutschen Bank und der Commerzbank entstehen. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg.
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HB MÜNCHEN/DüSSELDORF. Die beiden hart von der Finanzkrise getroffenen Landesbanken BayernLB und WestLB prüfen einen Zusammenschluss. Damit könnte die Konsolidierung der Landesbanken nach langem Stillstand wieder in Schwung kommen - wie es sich auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wünscht. „Ziel ist, bis zum Jahresende ein gemeinsames Verständnis darüber zu erreichen, ob der Weg einer Fusion betriebswirtschaftlich sinnvoll ist“, teilten beide Institute am Montag in München und Düsseldorf mit. Bei einer Fusion würde mit knapp 600 Mrd. Euro Bilanzsumme das drittgrößte Geldhaus des Landes nach der Deutschen Bank und Commerzbank entstehen. Eingleisig wollen die unter Verkaufsdruck stehenden WestLB-Eigner indes nicht fahren. Sie sind auch offen für andere Optionen als die BayernLB, hieß es in ihren Kreisen.

Der neue BayernLB-Chef Gerd Häusler sagte, der Umbau seines Instituts und die zehn Mrd. Euro vom Freistaat, mit der Deutschlands zweitgrößte Landesbank in der Krise vor dem Kollaps bewahrt worden ist, machten die Sondierung möglich. Mit einer Fusion würde er die BayernLB, die bisher stets einem Zusammengehen mit anderen Landesbanken skeptisch gegenüber stand, in eine neue Richtung lenken. Gute Erfahrungen hat das Haus mit Übernahmen nicht gemacht. Die österreichische Skandalbank HGAA wurde wegen fauler Kredite in Osteuropa zum Milliardengrab für die BayernLB. Zuvor hatten den Münchnern riskante US-Wertpapiere die Suppe versalzen. 2008 und 2009 fielen so zusammen fast acht Mrd. Euro Miese an.

WestLB-Chef Dietrich Voigtländer sagte: „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, das Konsolidierungsprojekt anzugehen.“ Es könne ein starker Unternehmensfinanzierer in den wichtigen Regionen Bayern und Nordrhein-Westfalen sowie ausgewählten ausländischen Märkten entstehen. Die seit Jahren schwächelnde WestLB ist unter Zeitdruck. Bis zum Jahresende 2011 müssen auf Druck der EU-Kommission neue Eigentümer gefunden werden.

Sparkassenverbände und Landesregierung in NRW setzen dabei auf eine Lösung im Lager der Landesbanken. Auch der Bund ist für solche Zusammenschlüsse. Schäuble will sich Finanzkreisen zufolge dazu am 28. September mit Vertretern der Länder treffen.

Die Aufsichtsräte von BayernLB und WestLB hätten grünes Licht für die Sondierung gegeben, hieß es. Nun gehe es darum, die strategische Aufstellung, Fragen zur Refinanzierung und Risiken einer Kombination zu erörtern. „Angesichts der Vielzahl komplexer Fragen ist es derzeit offen, ob die Gespräche zum Erfolg führen.“ In Finanzkreisen hieß es, es würden auch Szenarien für ein Zusammengehen von WestLB, Helaba und Landesbank Berlin durchgespielt.

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  • Wer trägt die Verantwortung für die ständige, ja jahrelange, Misswirtschaft, wer bezahlt weiterhin die boni für diese Versagern von HRE und iKb, bayern Lb, Hypo-Alpe Adria usw., wo befinden sich diese Versager, die auch noch die iKb mit in den Abgrund gerissen haben, welches Land ist so blöd? Asmussen sitzt immer noch als verantwortlicher Staatssekretär im Amt im Finanzministeriumplus den Versagern der Soffin, wer schafft es endlich diesen Versager vor Gericht zu bringen oder sie der gerechten Strafe zuzuführen. Spätestens, wenn diese Leute demnächst aufwachen, kann es möglich sein, dass man sie sich vornimmt, aber nicht so ruhig!

  • Was haben wir aus der Finanzkrise gelernt?
    1) politisch gesteuerte banken versagen auf der ganzen Linie
    2) wenn banken zu gross werden, reissen sie im Falle des Versagens das ganze System mit in den Abrund.
    Was lernt herbniza aus dem Unterfangen die zwei Landesbanken zusammenzuschliessen?
    1) Manche lernen nie dazu!

  • jaja, too big to fail ...

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