Bedenken bei JP Morgan: Verkauf von Rohstoff-Händler RBS Sempra auf der Kippe

Bedenken bei JP Morgan
Verkauf von Rohstoff-Händler RBS Sempra auf der Kippe

Die Beschränkungen, die US-Präsident Barack Obama den Banken des Landes auferlegen will, zeigen Wirkung. Der Verkauf des Rohstoff-Händlers Royal Bank of Scotland (RBS) Sempra gerät nach übereinstimmenden Berichten der "Financial Times" und des "Wall Street Journal" ins Wanken.
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HB NEW YORK/LONDON: Die US-Großbank JP Morgan Chase hat laut den Berichten Bedenken, die auf 2,5 Mrd. Pfund (2,9 Mrd. Euro) taxierte Übernahme durchzuziehen, hieß es. Die Sorge richtet sich demnach vor allem gegen den Kauf der Nordamerika-Sparte.

Obama hatte mit seinen vor knapp zwei Wochen verkündeten Plänen für einen Schock in der Bankenwelt gesorgt. Er will zum einen die Größe der Institute begrenzen, damit das Scheitern eines einzelnen nicht die ganze Wirtschaft in den Abgrund reißt. Zum anderen will er das risikoreiche Investmentbanking stärker vom klassischen Bankgeschäften trennen wie der Kreditvergabe. Das soll einer neuerlichen Finanzkrise vorbeugen.

Der Rückzieher von JP Morgan bei RBS Sempra könnte eine neue Chance für die beiden unterlegenen Bieter bedeuten: Die Deutsche Bank und die australische Bank Macquarie. Die Deutsche Bank will ihr Handelsgeschäfts mit Rohstoffen ausbauen. Der Bereich ist eine der wenigen Schwachstellen im Investmentbanking, dem Gewinnbringer des Frankfurter Geldhauses. Spartenchef Anshu Jain hatte deshalb im Dezember seine Ambitionen für Zukäufe geäußert.

Zum Verkauf stehen zunächst 51 Prozent an dem Rohstoffhändler. Dieser Mehrheitsanteil gehört der Royal Bank of Scotland (RBS). Die einst zu den wichtigsten Häusern Europas gehörende Bank zählt zu den größten Verlierern der Finanzkrise. Sie wurde mehrheitlich vom Staat übernommen und muss nun auf Druck der EU-Kommission Beteiligungen abstoßen. Auch der Miteigner Sempra Energy soll über einen Ausstieg nachdenken.

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