Bei Krisensituationen Bankenaufsicht für mehr Eingriffsrechte

Die Bankenaufsicht der EZB will in Krisensituationen angeschlagene Institute zeitweise einfrieren können. Die Aufsicht könnte dann alle Geldabflüsse stoppen, um im Krisenfall genügend Zeit für Lösungen zu haben.
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Die Bankenaufsicht will mehr Eingriffsrechte für angeschlagene Institute. Quelle: dpa
Bankenaufsicht der EZB

Die Bankenaufsicht will mehr Eingriffsrechte für angeschlagene Institute.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie EZB-Bankenaufsicht plädiert für Eingriffsrechte, um in Krisensituationen angeschlagene Institute zeitweise einfrieren zu können. Branchenkontrolleure benötigten ein solches Instrument, wenn sich die Lage eines Geldhauses schnell verschlechtere, schrieb die oberste Bankenaufseherin der Europäischen Zentralbank (EZB), Daniele Nouy, in einem am Freitag veröffentlichten Brief an einen EU-Abgeordneten. Liquiditätskrisen würden bei Banken potenziell schnell voranschreiten. Ein derartiges Aufsichtsinstrument könne daher notwendig sein, damit ausreichend Zeit für Lösungen gewonnen werde.

Hat die Aufsicht diese Eingriffsrechte, könnte sie erst einmal alle Kontoabflüsse stoppen. So würde ein Ansturm auf das Geldhaus verhindert oder schnell beendet werden. Die Diskussion über ein solches Instrument hatte durch die unlängst erfolgte Rettung der spanischen Banco Popular neue Nahrung erhalten. Denn die Liquiditätsprobleme hatten sich hier in wenigen Tagen dramatisch zugespitzt. In Spanien gibt es anders als etwa in Deutschland oder in Griechenland nicht die Möglichkeit, eine Bank zeitweise einzufrieren. Die EZB-Aufsicht stellte am Ende fest, dass das Institut nicht mehr überlebensfähig ist.

Diese Banken mussten am meisten für die Finanzkrise zahlen
SunTrust
1 von 10

Im Zuge der Wirtschaftskrise musste SunTrust insgesamt über zwei Milliarden US-Dollar bezahlen. Im Gegensatz zu anderen Kreditinstituten ist das noch eine relativ geringe Summe.

(Quelle: ft)

Morgan Stanley
2 von 10

Auf dem nächsthöheren Platz in der Rangliste liegt Morgan Stanley. Im Zeitraum von 2008 bis 2017 musste die Bank etwa vier Milliarden US-Dollar bezahlen.

Credit Suisse
3 von 10

Seit dem Beginn der Wirtschaftskrise musste die Credit Suisse mehr als fünf Milliarden US-Dollar an Strafen überweisen.

Goldman Sachs
4 von 10

Ein Unternehmen, welches in der Finanzkrise häufiger in den Schlagzeilen stand, war Goldman Sachs. Es musste insgesamt mehr als sechs Milliarden US-Dollar an Strafen und Bußgeldern zahlen.

Wells Fargo
5 von 10

Im Mittelfeld dieses Rankings befindet sich die Bank Wells Fargo. Sie musste über neuen Milliarden US-Dollar zahlen.

Deutsche Bank
6 von 10

Nur etwas mehr als Wells Fargo musste die Deutsche Bank bezahlen. Ihre Strafen belaufen sich seit der Finanzkrise auf etwas weniger als zehn Milliarden US-Dollar.

RBS
7 von 10

Die Royal Bank of Scotland reißt sogar die magische Marke von Zahlungen in Höhe von mehr als zehn Milliarden US-Dollar. Sie musste etwas über elf Milliarden US-Dollar bezahlen.

Aktuell wird in der EU diskutiert, den Aufsehern das Mittel des Moratoriums an die Hand zu geben. Aus einem EU-Dokument zu dem Thema, das Reuters Ende Juli einsehen konnte, geht allerdings hervor, dass unter den Ländern darüber keine Einigkeit besteht. Aus dem Umfeld der Bundesregierung war damals zu hören, Deutschland unterstütze einen solchen Vorschlag.

  • rtr
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