Bei Stresstest Ratingagentur sieht Landesbanken bedroht

Ratingagentur Standard & Poor's sieht Landesbanken bei einem Stresstest der EZB in Gefahr – wenn diese kein S&P Rating besäßen. So könne nicht eingeschätzt werden, ob diese womöglich zu wenig Kapital besäßen.
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Neben Standard & Poor's geben regelmäßig Moody's und Fitch Urteile über Deutschlands Kreditwürdigkeit ab. Wegen des Top-Ratings ist der deutsche Staat so beliebt im Geschäft mit Bundesanleihen. Nachdem das Finanzministerium entschieden hat, welche Anleihen-Art er genau begeben will, wird die Deutsche Finanzagentur tätig. Sie berät das Finanzministerium, wie es die Anleihen möglichst günstig und gleichzeitig kurzfristig auf dem Markt anbieten kann. Quelle: dpa
Rating für Deutschland

Neben Standard & Poor's geben regelmäßig Moody's und Fitch Urteile über Deutschlands Kreditwürdigkeit ab. Wegen des Top-Ratings ist der deutsche Staat so beliebt im Geschäft mit Bundesanleihen. Nachdem das Finanzministerium entschieden hat, welche Anleihen-Art er genau begeben will, wird die Deutsche Finanzagentur tätig. Sie berät das Finanzministerium, wie es die Anleihen möglichst günstig und gleichzeitig kurzfristig auf dem Markt anbieten kann.

(Foto: dpa)

FrankfurtBeim laufenden Stresstest der Europäische Zentralbank (EZB) könnten nach Ansicht der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) einige Landesbanken ins Straucheln geraten. „Ich denke, dass beim Stresstest die Mehrheit der Banken bestehen wird“, sagte Ratinganalyst Harm Semder am Donnerstag in Frankfurt. Zu wenig Kapital könnten am Ende vor allem Banken aus den Krisenstaaten am Rande der Euro-Zone aufweisen - aber auch Landesbanken ohne ein Rating von S&P. Möglicherweise werde die EZB andere Maßstäbe etwa in der Schiffsfinanzierung ansetzen, sagte Semder. Dort sind die deutschen Banken weltweit führend, allen voran die HSH Nordbank, die Commerzbank und die NordLB.

Die weltgrößte Ratingagentur bewertet unter den öffentlichen Instituten nur noch die Helaba und die NordLB. Die EZB prüft derzeit die Bilanzen von 24 deutschen Instituten, von denen 21 ab November direkt von ihr beaufsichtigt werden sollen. Am Stresstest nehmen insgesamt 124 Institute aus ganz Europa teil. Die EZB werde dabei sicher einige Banken an den Pranger stellen, um mehr Marktvertrauen in den europäischen Banken zu schaffen, sagte Semder. „Das ist das Hauptziel, dem alles untergeordnet wird.“

Neue Erkenntnisse für die Bonitätsnoten der europäischen Banken erwartet S&P daraus nicht. „Generell sind keine größeren Rating-Veränderungen zu erwarten“, sagte Semder - es sei denn, die Bilanzprüfung zeige unerwartete Schwächen auf. „Wir sind da von der Rating-Seite her relativ komfortabel.“

Mehr Kopfzerbrechen macht den Rating-Experten von S&P die Einschätzung, ob und in welchem Ausmaß die Regierungen künftig noch bereit sein werden, marode Banken in der Krise aufzufangen. Nach den Vorstellungen der EU soll es solche Staatshilfen von 2016 an überhaupt nicht mehr geben. Derzeit verhilft die erwartete Unterstützung der Politik den meisten großen Banken noch zu einer um bis zu zwei Stufen besseren Bonitätsnote. Im Grundsatz geht die Ratingagentur davon aus, dass dieser Effekt künftig wegfällt, wie Semder sagte. Bisher schlägt sich das nur im Ausblick nieder, um den S&P jede Bonitätsnote ergänzt. Für 41 der größten 50 Institute in Westeuropa schätzt S&P die Entwicklung des Ratings inzwischen als negativ ein.

  • rtr
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