Beihilfe zur Steuerhinterziehung
Deutsche-Bank-Tochter zeigt sich selbst an

Seit rund fünf Jahren ermittelt die US-Justiz gegen Finanzinstitute in der Schweiz. Nun haben die Behörden die Deutsche-Bank-Tochter am Haken. Die drohenden Bußgelder liegen wie ein Schatten über der Bilanz des Konzerns.
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Zürich/FrankfurtZu den unzähligen Rechtsstreitigkeiten der Deutschen Bank gesellt sich ein Steuerzwist mit den US-Behörden. Die Schweizer Tochter von Deutschlands größtem Geldhaus räumte eine Selbstanzeige ein. Weitere Angaben wollte eine Sprecherin nicht machen, auch am Hauptsitz in Frankfurt hieß es am Freitag: kein Kommentar.

Finanzkreisen zufolge hat sich die Deutsche Bank schon im vergangenen Jahr bei den US-Behörden gemeldet, weil sie den Verdacht hegte, einige US-Kunden könnten ihr Vermögen in der Schweiz vor dem heimischen Fiskus versteckt haben. Seither würden Daten an die USA geliefert und Anfragen beantwortet, berichtete ein Insider. Eine Strafzahlung könne die Bank damit aber wohl nicht abwenden, sondern nur auf einen Rabatt hoffen. „Es wird erwartet, dass die Höhe der Strafe schon bald festgesetzt wird.“

Damit arbeitet die Deutsche Bank mit Hochdruck an einem weiteren Thema, dass sie in den nächsten Monaten zu den Akten legen will. Reuters hatte zuletzt aus Finanzkreisen erfahren, dass auch an einem Vergleich mit den angelsächsischen Regulierern im Zinsskandal (Libor) und an einer Einigung mit den US-Behörden wegen mutmaßlicher Sanktionsverstöße gefeilt wird. Außerdem sollen weitere US-Hypothekenklagen beigelegt werden. Über den Zeitpunkt entscheiden am Ende aber die Regulierer.

Das US-Justizministerium ermittelt seit rund fünf Jahren gegen Finanzinstitute in der Schweiz wegen mutmaßlicher Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Unklar ist allerdings, wie viel unversteuerte US-Gelder dort liegen. Grobe Schätzungen gehen von etwa 50 Milliarden Dollar aus.

Die Schweizer Großbanken konnten die Verfahren bereits hinter sich bringen: UBS zahlte 780 Millionen Dollar Strafe, Credit Suisse gar 2,8 Milliarden Dollar. Gegen Julius Bär und rund zehn weitere Banken laufen Ermittlungsverfahren. Den übrigen Instituten bieten die USA das Selbstanzeige-Programm an, von dem auch die Deutsche Bank Gebrauch gemacht hat. Das bedeutet, dass die Institute ihre Geschäfte offenlegen müssen.

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  • Banken = MAFIA = schwerstkriminelle Unternehmen! Wann tun wir endlich was gegen diesen Filz? Die Banken müssen zerschlagen und neu strukturiert werden.

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