Belastung durch AWD
Swiss Life verzeichnet Gewinnrückgang

Swiss Life musste im ersten Halbjahr einen Gewinnverlust von gut zehn Prozent verkraften. Der Schweizer Lebensversicherer hat damit aber immer noch besser abgeschnitten als Analysten prognostiziert hatten.
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ZürichDer Gewinn des Schweizer Lebensversicherers Swiss Life ist im ersten Halbjahr um 10,4 Prozent auf 361 Millionen Franken (300 Millionen Euro) gesunken. Anders als vor einem Jahr gab es keinen gewinnsteigernden Steuereffekt. Der Schweizer Marktführer verdiente aber mehr als von Analysten prognostiziert, die unter dem Strich im Schnitt 304 Millionen Franken erwartet hatten. Swiss Life machte nach Angaben vom Freitag operativ Fortschritte und die Geschäfte an den Kapitalmärkten liefen gut.

Ein Klotz am Bein blieb dagegen die deutsche Finanzmaklertochter AWD, deren Gewinnbeitrag wegen rückläufiger Umsätze neuer Rückstellungen für Rechtsfälle einbrach. Konzernchef Bruno Pfister setzt aber weiter auf eine Trendwende bei dem hannoverschen Unternehmen: "Wir sind zuversichtlich, dass AWD unsere Vorstellungen erfüllen und sich in Zukunft positiv entwickeln wird."

Das Betriebsergebnis von AWD sackte um 40 Prozent auf 13,1 Millionen Euro ab. Swiss Life musste für die im Jahr 2008 für 1,2 Milliarden Euro vom deutschen Investor Carsten Maschmeyer gekaufte Firma weitere 9,3 Millionen Euro für Rechtsfälle in Deutschland und Österreich bereitstellen. Dort untersuchen die Behörden die Vertriebspraktiken des Unternehmens. In Deutschland sind weitere Kosten nicht auszuschließen, wie Konzernchef Pfister sagte.

Auch operativ hinkte AWD hinterher: Der Umsatz fiel um 13 Prozent auf 265,5 Millionen Euro, die Kundenberater laufen weiter davon. Swiss Life kämpft seit der Übernahme damit, die Geschäfte der von der Finanzkrise stark getroffenen Firma wieder in Schwung zu bringen.

Die Prämien von Swiss Life sanken in den ersten sechs Monaten um 2,6 Prozent auf 9,84 Milliarden Franken. Während das Geschäft im Heimmarkt, der knapp 60 Prozent beisteuert, nahezu stabil war, gingen die Einnahmen in Deutschland und Frankreich deutlich zurück.

Wachstum erzielte Swiss Life nur mit steuerbegünstigten Lebensversicherungen. Nachdem vor einem Jahr das Auslaufen der italienischen Steueramnestie für einen Einbruch gesorgt hatte, griffen reiche Kunden wieder vermehrt nach den sogenannten Versicherungsmänteln, und das Prämienvolumen stieg um 4,7 Prozent auf 1,21 Milliarden Franken. Bei den "Insurance Wrappers" werden Anlagen wie Wertpapierdepots oder Fondsanteile in Lebens- oder Rentenversicherungen eingebracht. Diese Ummantelung bringt Steuervorteile.

Swiss Life gab keinen Geschäftsausblick. Neue Ziele will der Konzern im November veröffentlichen, sagte CEO Pfister. Swiss Life hatte 2011 die Sparziele des Effizienzprogramms "Milestone" erreicht - ein Jahr früher als geplant.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • ATTENTION PLEASE BY SWISS LIFE
    Manchmal komme ich an einen Punkt, an dem sich die Reaktion des Marktes für mich nicht so recht nachvollziehen lässt. Beispielsweise, wenn die Namenaktien von Swiss Life ihren Kursanstieg von vergangener Woche ungebremst fortsetzen.
    Auf den ersten Blick lag das für die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2012 veröffentlichte Ergebnis zwar deutlich über den Konsensschätzungen. Dies allerdings nicht zuletzt aufgrund von einmaligen realisierten Kursgewinnen auf dem Wertschriftenportfolio.
    Ausserdem sitzt der in Zürich domizilierte Lebensversicherungskonzern weiterhin auf aktiviertem Goodwill im Umfang von 1,1 Milliarden Franken aus dem Kauf des Allfinanzdienstleisters AWD. Letzterer hat seit der damaligen Übernahme deutlich an Ertragskraft verloren. Ausserdem scheint die ursprünglich geplante Expansion über Österreich nach Osteuropa gescheitert zu sein.
    Bisher wehrten sich die Firmenverantwortlichen von Swiss Life gegen ausserordentliche Abschreibungen auf dem Goodwill. Dies mit dem Verweis auf die zukünftigen Plankennzahlen für AWD. Doch wie mir berichtet wird, gab es anlässlich der im Anschluss an den Ergebnisausweis abgehaltenen Analystenkonferenz erstmals Andeutungen in Richtung solcher Abschreibungen.
    Interessant ist auch, was ich einem Kommentar aus dem Hause Kepler Capital Markets entnehme. Schon am Freitag äusserte sich der von mir sehr geschätzte Verfasser sehr kritisch über die von Swiss Life am amerikanischen Anleihenmarkt aufgebauten Engagements. Bei den Staatsanleihen seien letztere mittlerweile für 23 Prozent, bei den Unternehmensanleihen sogar für 31 Prozent verantwortlich. Diese Engagements stünden in einem starken Kontrast zu den jeweiligen Verpflichtungen von Swiss Life. Das letzte Mal, dass das Unternehmen eine vergleichbare Wette abgeschlossen habe, sei dies lebensbedrohlich geworden.

  • Weshalb hat Swisslife AWD aquiriert?
    Für den Kauf von AWD wurde gutes Tafelsilber veräussert. Die Hälfte des damaligen Erlöses wurde in Hedge Fonds verspekuliert. Die damalige Strategie des McKinsey Managements ist vollständig gescheitert. Das Kerngeschäft wurde geschwächt und man wollte sogar das BVG abstossen. Auch die Versicherungsmäntel mit WRAPPER sind nicht unproblematisch. AWD war vorher ein unabhängiger Brocker und die Funktion kann unter dem Dach von Swisslife nicht wahr genommen werden. Die Katze beisst sich in den Schwanz. Die vielen Altlasten von AWD stellen ein grosses Reputationsrisiko dar. Ein marktgerechter Abschreiber für AWD ist unausweichlich. Eigentlich hätte die verantwortliche Revisionsgesellschaft (PWC) das schon lange verlangen müssen. Der Grund weshalb man das bis heute nicht gemacht hat ist die auszuweisende SOLVENZ. Damit würde man das Schweizer Geschäft beeinträchtigen. Die Probleme von AWD sind in ganz Europa bekannt. Wenn anstelle von AWD das frühere Tafelsilber noch in den Büchern wäre würde Swisslife ganz anders da stehen. Für diese Fehlentscheide sind das heutige McKinsey Management und der VR verantwortlich. Die Rentenanstalt hatte noch CHARISMA und war mit dem SLOGAN: - Sicherheit ein Leben lang vertrauenswürdig. Top Kader hat die Swisslife verlassen oder wurde entsorgt - das Missmanagement sitzt weiter am General Quisan Quai. Wie lange noch?

  • http://www.finews.ch/news/versicherungen/9252-swiss-life-ruecklaeufige-ertraege-bei-awd

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