Belastungen sollen gesenkt werden: Gerling streicht Betriebsrenten zusammen

Belastungen sollen gesenkt werden
Gerling streicht Betriebsrenten zusammen

Die Commerzbank hat mit der Ankündigung, ihren Mitarbeitern die Betriebsrente zu streichen, einen Stein ins Rollen gebracht. Der Gerling-Konzern hat die vom Arbeitgeber finanzierten Betriebsrenten mit Wirkung zum 1. Januar 2004 gekürzt.

HB HAMBURG. In vielen Fällen betrage die Kürzung der künftigen Renten rund 30 Prozent, in Einzelfällen auch 50 Prozent, bestätigte ein Gerling-Sprecher. Die Absenkung betreffe rund 5 000 Mitarbeiter, die vor 1998 eingestellt wurden und heute noch nicht 60 Jahre alt seien, schreibt das Blatt weiter. Bereits vor einem Jahr seien die betroffenen Mitarbeiter über bevorstehende Kürzungen informiert worden. Nach Verhandlungen mit dem Betriebsrat sei eine entsprechende Betriebsvereinbarung kurz vor Weihnachten geschlossen worden.

Am Dienstag hatte ein Sprecher der Commerzbank AG bereits einen Handelsblatt-Bericht bestätigt, dass die Bank ihren rund 24 000 Mitarbeitern zum Jahresende 2004 die Betriebsrenten gekündigt hat.

Das Vorstandsmitglied der Gerling-Holding, Wolfgang Breuer, hatte Anfang Dezember gesagt, die Zahl der Beschäftigten sei von 13 400 vor der Krise Ende 2001 auf jetzt 7 500 geschrumpft.

In einem Schreiben an die Mitarbeiter begründeten Gerling-Chef Björn Jansli und Breuer nach Angaben der Zeitung die Einschnitte: „Die Neuordnung ist unter anderem auch notwendig geworden, weil die Belastungen unserer Bilanz für bisherige Pensionsversprechen auf Grund ihrer überdurchschnittlichen Höhe eine Größenordnung angenommen haben, die die Konzerngesellschaften nicht mehr weiterhin leisten können und die daher zukünftig reduziert werden muss.“

In der Bilanz der Konzernholding, die alle Betriebsrenten der Gruppe bündelt, beliefen sich schon Ende 2002 die Rückstellungen für Pensionen nach Angaben der Zeitung auf 668 Millionen € - mehr als ein Drittel der gesamten Bilanzsumme von 1,92 Milliarden € und mehr als doppelt so viel wie das Eigenkapital.

Auch der Münchener Siemens-Konzern hatte Mitte Oktober bereits angekündigt, die Altersversorgung für seine rund 170 000 Mitarbeiter im Inland auf ein neues System umzustellen. Es sollen so Risiken der Zins- und Demographie-Entwicklung gemindert werden. Wie viel der einzelne später erhält, hängt von der Zins- und Kapitalmarktentwicklung ab, wobei es eine Garantierendite ähnlich den Lebensversicherern gibt.
Dagegen will der Sportartikel-Hersteller Adidas seine Pensionsprogramme beibehalten und sogar weiter ausbauen.

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