Berenberg
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Hamburger Privatbank

Wegen den „Panama Papers“ ist Berenberg zuletzt ins öffentliche Interesse gerückt. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die Hamburger Privatbank. Mit den Enthüllungen der letzten Tage hat das aber nichts zu tun.

FrankfurtDie Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt einem Bericht des Magazins „Der Spiegel“ zufolge gegen Führungskräfte der Hamburger Privatbank Berenberg wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Es gehe um „Verantwortliche (...) in Deutschland, der Schweiz und in Luxemburg“, hieß es in dem Vorabbericht vom Freitag ohne Angabe von Quellen. Gegen Berenberg-Chef Hans-Walter Peters, der seit kurzem auch Präsident des Privatbanken-Verbandes BdB ist, werde allerdings nicht ermittelt, sagte ein Berenberg-Sprecher.

Die Privatbank war durch die Enthüllungen über die „Panama Papers“ aus der panamaischen Anwaltskanzlei Mossack Fonseca in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt: Sie soll dort 13 Briefkastenfirmen vermittelt und 76 Konten eingerichtet haben. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ wurde das Verfahren allerdings schon Anfang 2015 eingeleitet und hat nichts mit den „Panama Papers“ zu tun.

Der Bank-Sprecher sagte, Berenberg habe sich selbst an die Staatsanwaltschaft gewandt und ihre Bereitschaft signalisiert, bei der Aufklärung zu helfen. Ob und gegen wen in der Bank nun ermittelt werde, sagte er nicht. Die Staatsanwaltschaft wollte sich zu dem Bericht unter Verweis auf das Steuergeheimnis wie üblich nicht äußern.

Peters sieht sein Institut zu Unrecht in der Kritik. „Alle unsere Geschäfte sind zu 100 Prozent sauber“, hatte er in einem Interview am vergangenen Wochenende gesagt. Die Bank kenne alle wirtschaftlich Berechtigten, die hinter den Depots steckten. „Es war und ist nicht unser Geschäftsmodell, an der Gründung von Briefkastenfirmen mitzuwirken.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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