Berlin wirbt in London
„Vielleicht prüfen Sie schon einen Umzug ins Herz Europas“

Die deutsche Hauptstadt möchte britische Start-ups locken. Die Wirtschaftssenatorin verschickt dazu hunderte Briefe – einige Firmen haben schon reagiert. Auch Frankfurt trommelt für sich und hofft auf Brexit-Abwanderer.

Frankfurt, BerlinEnde Juni haben Briten Ende Juni für einen Austritt aus der EU gestimmt. Seitdem wird immer wieder die Frage gestellt: Welche Unternehmen verlassen Großbritannien nach dem Brexit-Votum? Das Buhlen besonders um Banken, aber auch Start-ups hat längst begonnen. Auch Berlin hofft darauf, dass sich junge Firmen in der deutschen Hauptstadt ansiedeln – und schickt Briefe an hunderte Unternehmen.

So hat Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) in den vergangenen Wochen Briefe an die Start-up-Szene, an Wagniskapitalgeber und an internationale Unternehmen geschrieben, die ihren Hauptsitz in London haben. Sie will auf das „wirtschaftlich dynamische“, offene und internationale Berlin aufmerksam machen.

„Vermutlich prüfen Sie bereits die Möglichkeit für Ihr Unternehmen, an einen Standort mitten im Herzen Europas umzuziehen“, heißt es in dem Brief, den ein Empfänger auf dem Kurznachrichtendienst Twitter zeigt. Yzer wirbt darin auch mit den Wissenschaftsinstituten und den Universitäten Berlins sowie den kurzen Wegen zu staatlichen Institutionen in der Hauptstadt. In Berlin tummeln sich bereits viele Start-ups, darunter auch etliche junge Finanztechnologiefirmen, kurz Fintechs. Da London die europäische Finanzmetropole ist, sitzen auch dort viele Fintechs.

In Yzers Büro heißt es, nach und nach komme Feedback auf den Brief, die Resonanz sei überwiegend positiv. Es würden erste Gespräche geführt, in denen man beispielsweise über Förderbedingungen oder mögliche Standorte rede. Zudem will die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung am 14. September ein Auslandsbüro in London eröffnen – das zweite Büro im Ausland nach Istanbul. Damit will man noch besser in der Lage sein, den Standort Berlin präsentieren zu können.

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Frankfurt hofft auf 10.000 neue Jobs und mehr

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