Beschluss gefasst: EU-Parlament begrenzt Banker-Boni

Beschluss gefasst
EU-Parlament begrenzt Banker-Boni

Das EU-Parlament zieht die Zügeln bei der Vergütung von Bankern an. Eine absolute Gehaltsgrenze haben die Abgeordneten zwar nicht beschlossen. Aber dennoch gibt es beträchtliche Einschränkungen.
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StraßburgTop-Banker in Europa müssen in Zukunft auf extrem hohe Sonderzahlungen verzichten. Das EU-Parlament hat am Dienstag mit deutlicher Mehrheit für eine Deckelung von Banker-Boni gestimmt. Im Normalfall sollen die Boni nicht mehr höher sein als das Grundgehalt. Nur ein Beschluss der Aktionärsversammlung kann die Grenze für die variable Vergütung auf das doppelte des Grundgehalts anheben. Eine absolute Obergrenze ist allerdings nicht vorgesehen.

Banken werden nach dem Beschluss auch dazu verpflichtet, mehr Eigenkapital bereitzuhalten, um besser gegen Krisen gewappnet zu sein. Mit diesem umfassenden Reformpaket soll der Bankensektor stabilisiert und gestärkt werden. Die neuen Regeln sollen ab Januar 2014 in Kraft treten.

Die schärferen Bonusregeln in Europa führen bei der Deutschen Bank voraussichtlich zu höheren Fixgehältern der Top-Manager. Die neuen Vorgaben könnten dazu führen, dass das Institut die Grundgehälter für Vorstandsmitglieder und andere Führungskräfte erhöhen müsse, hatte die unabhängige externe Vergütungskommission der Bank im März mitgeteilt. So könne die Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu den Geldhäusern erhalten werden, die nicht von den Bonus-Schranken betroffen seien. Die Vergütungskommission empfiehlt der Deutschen Bank, die Eigner zu bitten, die Obergrenze von 200 Prozent des Fixgehalts für die Boni ausreizen zu dürfen.

Die Aktionäre müssen mit zwei Drittel Mehrheit zustimmen, um die höhere Bonusgrenze zu genehmigen. Außerdem sehen die Regeln vor, dass die Auszahlung mindestens eines Viertels der Boni über der 1:1-Grenze auf fünf Jahre gestreckt werden muss. Die Entscheidung muss von den EU-Ministern noch bestätigt werden, um Gültigkeit zu erlangen.

Die Bonus-Regeln sind Teil eines größeren Reformpakets. Unter anderem beschlossen die Parlamentarier auch neue Vorgaben für die Kapitalausstattung der Geldhäuser. Eine neue Regel schreibt zudem die Offenlegung der Gewinne und gezahlten Steuern auf Länderbasis vor. Ab 2014 müssen diese detaillierten Angaben zumindest der EU-Kommission gegenüber gemacht werden. Ab 2015 ist die erhöhte Transparenz dann auch gegenüber der Öffentlichkeit vorgeschrieben.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

Kommentare zu " Beschluss gefasst: EU-Parlament begrenzt Banker-Boni"

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  • Typische Bürokraten Dummheit. Das Problem sind doch nicht die Banker Boni, das Problem ist der Fehler im System der diese Boni erst möglich macht.

    Und weil das europäische Parlament sich weigert genau das zu verstehen, hat es keine Zukunft.


  • EU-Superstaat im Verfall VII. Rothschilds 4. Reich-”Kriegserklärung” gegen den widerspenstigen Vasallenstaat, Deutschland, für die Übernahme der EU

    16. April 2013 von beim Honigmann zu lesen

    Lord Jakob Rothschild wettet 130 Mio Pfund gegenüber dem Euro

    (The Telegraph 18 Aug. 2012).

  • Und warum weigert sich hier frau Merkel Vorreiterin zu sein? Genau wie beim Menschenhandel. Hier weigern sich die "Christdemokraten" unter Frau Merkel die UN zu unterstützemn. Das ist wahrhaft christlich, wie man es von Christdemokraten erwarten kann.

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