Beteiligungskapital
Warum ein Finanzinvestor in Nasenpads investiert

Alle Private-Equity-Häuser würden gerne im Mittelstand punkten. Aber die Möglichkeiten für Minderheitsbeteiligungen oder Übernahmen sind rar gesät. Zwei der ältesten deutschen Beteiligungshäuser machen vor, wie es geht.

FrankfurtHannover Finanz klingt ein wenig nach Provinz, auf jeden Fall nicht so spannend wie KKR oder Texas Pacific Group. Aber die Beteiligungsgesellschaft aus Niedersachsen gehört zu den etablierten Adressen in Deutschland, wenn es um Deals für den Mittelstand geht. Und da lässt sich offenbar trotz des harten Wettbewerbs immer noch gutes Geld verdienen.

Im vergangenen Jahr habe Hannover Finanz eine Rendite von rund 25 Prozent erzielt, sagt Vorstandschef Andreas Schober. „15 Prozent wären enttäuschend, die Mitte zwischen 25 und 15 Prozent ist bei uns der langfristige Trend", gibt sich der Beteiligungsmanager selbstbewusst. Die Preise für Mittelständler seien aktuell sehr hoch, vor fünf Jahren habe man noch zehn bis 20 Prozent weniger zahlen müssen. Das reize die Private-Equity-Manager heute zu Verkäufen.

Hannover Finanz hat im vergangenen Jahr sechs Beteiligungen versilbert und Veräußerungsgewinne von rund 77 Millionen Euro verzeichnet. Insgesamt wurden 67 Millionen Euro an die Investoren ausgeschüttet - es war die höchste Summe seit acht Jahren. Zu den Gesellschaftern der Dachgesellschaft zählen unter anderem die Hannover Rück, die Nürnberger Lebensversicherung und die Privatbank M.M. Warburg. Investorin in den Fonds ist darüber hinaus noch die Commerzbank.

Seit 1979 hat Hannover Finanz beispielsweise die Drogeriekette Rossmann und die Brillenkette Fielmann mit Eigenkapital aufgezogen. Hannover Finanz gibt in der Regel das Kapital für Unternehmen mit Umsätzen zwischen 20 Millionen und 500 Millionen Euro, Venture Capital für junge Technologiefirmen ist nicht im Angebot.

2015 investierte das Unternehmen insgesamt 75 Millionen Euro in vier neue Unternehmen und ein Folgeengagement. Generell wolle man um die 70 Millionen pro Jahr ausgeben. Private-Equity-Gesellschaften suchen vor allem nach den „Hidden Champions“ im deutschen Mittelstand. Ein Beispiel ist F&W Frey & Winkler, einem nach eigener Darstellung führenden Hersteller von Nasenpads aus Kunststoff für Brillen.

Auch die Deutsche Beteiligungs AG meldete am Donnerstag positive Nachrichten. Für das gesamte Geschäftsjahr gehe man von einem Konzernergebnis von rund 40 Millionen Euro aus, das entspräche einer Rendite auf das eingesetzte Eigenkapital von 14 Prozent.

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