Betriebsratschef warnt
Commerzbank droht ein Streik

Die Commerzbank baut bis zu 6000 Arbeitsplätze ab. Die Arbeitnehmervertreter kämpfen um einen Sozialplan und sind auch zu einem Streik bereit. Die Friedenspflicht seit nicht „allumfassend“, so Betriebsratschef Tschäge.
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FrankfurtDer Betriebsratschef der Commerzbank, Uwe Tschäge, hat im Streit um Personalkürzungen nun auch Arbeitsniederlegungen ins Gespräch gebracht. „Wir schließen nichts aus, auch keinen Streik“, sagte Tschäge dem Handelsblatt. Er habe das als eine Möglichkeit ins Gespräch gebracht, sollten die betrieblichen Verhandlungen scheitern.

Einen Streik als letztes Mittel hatte Tschäge zuerst in der Mitgliedszeitung der Gewerkschaft Verdi ins Spiel gebracht. Darin hatte er gesagt, den Betriebsräten gehe es nicht nur um einen „guten Sozialplan“, sondern auch darum, schlechtere Arbeitsbedingungen zu verhindern. „Ich sehe bei uns viel Streitpotenzial – aber durchaus auch Streikpotenzial, wenn wir die wesentlichen Fragen wie die angekündigte neue Eingruppierung, also die schlechtere Bezahlung der Kolleginnen und Kollegen, und die Samstagsarbeit nicht verhindern können“, sagte er dort.

Spannungen begleiteten die Gespräche über den Jobabbau von Beginn an: Die Bank hatte zu Jahresbeginn angekündigt, zwischen 4 000 und 6 000 der 53 600 Arbeitsplätze zu streichen. Daraufhin hatten sich die Arbeitnehmervertreter geweigert, formale Gespräche aufzunehmen. Erst nachdem der Vorstand in einer Erklärung einen weniger radikalen Stellenabbau in Aussicht gestellt hatte, wurden offizielle Verhandlungen aufgenommen.

Commerzbank

Gewinn/Verlust der Commerzbank

vom 3. Quartal 2010 bis zum 3. Quartal 2013, in Millionen Euro


Trotz der harschen Worte müsste ein Streik erst einige Hürden nehmen: Zu einer Arbeitsniederlegung kann nur die Gewerkschaft und nicht ein Betriebsrat aufrufen. Eine weitere Hürde ist der gültige Tarifvertrag: Solange der nicht ausgelaufen ist, besteht eine Friedenspflicht, es darf also nicht gestreikt werden. „Die (Friedenspflicht) ist aber nicht allumfassend und überall“, sagte Tschäge.

Kommentare zu " Betriebsratschef warnt: Commerzbank droht ein Streik"

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  • Ein Streik bei der Commerzbank, ist wie ein Sack Reis der in China umkippt oder wie Pferdefleisch in der Lasagne. Erst großes Getöse und dann....alles ganz ruhig.

  • Hat man Ihnen das Konto gekündigt????

  • Der Steuerzahler zahlt doch laufend. 25% + 1 Aktie totes Kapital sind in diesem größten Dax Flop und das Ende ist noch längst nicht erreicht. Keinerlei Dividende seit Jahren und die jahrelangen Inflationsverluste sind noch das i-Tüpfelchen auf den immensen Kursverlusten die der Steuerzahler hier finanziert.

    Das Management erhöht sich sein Gehalt um 160% und dafür müssen eben 6000 Menschen arbeitslos gemacht werden, die dann auch vom Steurzahler gestützt werden müssen. Verantwortung des Arbeitgebers - selten so gelacht!

    Nächster Schritt in der "Rettung", Enteignung der Anleger (ehemals als Kontoinhaber bezeichnet) und Aktionäre. Bankia lässt grüßen.

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