Betrug : Ex-Credit Suisse-Händler bekennen sich schuldig

Betrug
Ex-Credit Suisse-Händler bekennen sich schuldig

Wall Street wird stärker für die Finanzkrise belangt. Gegen drei frühere Trader der Schweizer Großbank Credit Suisse liegen strafrechtliche Klagen vor. Vor dem Bezirksgericht in New York bekannten sie Farbe.
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New York Zwei in den USA des Betrugs angeklagte frühere Händler der Schweizer Großbank Credit Suisse haben sich schuldig bekannt. Wie auch andere Händler habe er beim Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes Manipulationen vorgenommen, um Verluste zu kaschieren, sagte ein 42-jähriger früherer Managing Director am Mittwoch bei einem Bezirksgericht in New York. Auch sein Ex-Kollege räumte die Vorwürfe ein.

Gegen drei frühere Trader liegen strafrechtliche Klagen vor. Die Verdächtigen sollen vor etwa vier Jahren bei Abschreibungen auf Ramschhypotheken basierenden Wertpapieren Manipulationen vorgenommen haben.

2008 hatte Credit Suisse überraschend hohe Verluste bei Ramsch-Anleihen gemeldet und eine Gruppe von Händlern verantwortlich gemacht. Diese hätten vorsätzlich Preismanipulationen vorgenommen, hieß es damals bei Credit Suisse.

Bei der Klage geht es unter anderem um Aktivitäten im Februar 2008. Die Händler sollen für so genannte Mortgage Backed Securities (MBS), Collateralized Debt Obligations (CDOs) und andere Papiere einen zu hohen Wert angesetzt haben, obwohl die Preise längst gefallen waren. Dazu passt, dass die Credit Suisse am 19. Februar überraschend mehrere Händler wegen falscher Bewertungen entließ und Abschreibungen auf besicherte Wertpapiere in Höhe von 2,65 Milliarden Dollar ankündigte.

In letzter Zeit versuchen Strafverfolger und Finanzaufseher in den USA verstärkt aufzuklären, ob Finanzfirmen eigene Hypotheken bewusst falsch bewerteten. Noch immer gibt es für die Masse der komplexen Papiere keine nachvollziehbaren Preise, Analysten befürchten verschleppte Wertkorrekturen. Von Ermittlungen betroffene Firmen argumentieren meist damit, dass niemand die Finanzkrise vorhersehen konnte und dass falsche Unternehmensentscheidungen nicht justiziabel seien.

Die harte Linie der Behörden kommt zeitgleich mit den Ankündigungen der Regierung, die Wall Street für die Finanzkrise stärker zu belangen. US-Präsident Barack Obama hatte vergangene Woche in seiner Rede zur Lage der Nation angekündigt, eine neue Task Force zu schaffen, die die Geschäfte von Banken und Kreditvermittlern auf dem Immobilienmarkt unter die Lupe nehmen soll. Der Zusammenbruch des Häusermarktes hatte die Finanzkrise und in der Folge die größte Rezession seit der 30er Jahren ausgelöst.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Nils Rüdel
Nils Rüdel
Handelsblatt / Deskchef Politik

Kommentare zu " Betrug : Ex-Credit Suisse-Händler bekennen sich schuldig"

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  • Wir selbst sind vor ca. 10 Jahren, ebenfalls mit der gleichen Bank GEWALTIG betrogen worden!!!
    NULL EMPFEHLUNG!!! Von wegen die Schweizer Banken sind seriös.

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