Betrug nimmt rasant zu: Die Last mit der Lastschrift

Betrug nimmt rasant zu
Die Last mit der Lastschrift

Betrügereien beim Lastschriftverfahren, so genannte Lastschriftenreitereien, haben nach Feststellungen des Bundeskriminalamtes (BKA) seit Anfang 2003 stark zugenommen und Schäden von mehreren Millionen Euro verursacht. Während der Bundesverband deutscher Banken und der Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken nur von ganz seltenen Fällen berichten, sind nach den Erkenntnissen des BKA in Deutschland verschiedene Tätergruppen mit mehreren hundert Beteiligten tätig.

HB DÜSSELDORF. Diese so genannten Lastschriftenreiter missbrauchen das Verfahren zur Kreditbeschaffung und lassen bei Zahlungsunfähigkeit die Kreditinstitute auf den Schäden sitzen. Die Betrügereien werden dadurch ermöglicht, dass ein Lastschriftenbetrag auf Anforderung vom einziehenden Kreditinstitut innerhalb von sechs Wochen zurückzuzahlen ist – unabhängig davon, ob das Konto des Lastschrifteneinreichers ausreichend gedeckt ist.

Das BKA hat den Fall in seinem jüngsten „Bundeslagebild zur Wirtschaftskriminalität“ aufgegriffen. Der Ablauf ist wie folgt: Kreditvermittler werben zunächst Kapitalanleger mit hohen Renditeversprechen bei hundertprozentiger Sicherheit und bieten dann Darlehen ohne Bonitätsprüfung und ohne Schufa-Auskünfte an. Die sich meldenden Kreditkunden sind zumeist in finanziellen Schwierigkeiten und bereit, sehr hohe Vermittlungsgebühren oder Provisionen zu zahlen.

Der Kunde erhält nach Zahlung der Gebühr die Bankverbindung eines angeworbenen Darlehensgebers. Er wird aufgefordert, die Darlehenssumme per Lastschrift einzuziehen. Der Darlehensgeber widerruft später innerhalb der Sechs-Wochen-Frist der Einzugsermächtigung. Die Bank des Lastschrifteneinziehers muss den Lastschriftenbetrag zurücktransferieren. Dadurch ist der Darlehensgeber gesichert. Ist das Konto des Einreichers nicht gedeckt, hat die Bank den Schaden. Die Kredite werden in der Regel als Factoring-Verträge deklariert, ohne dass ein Forderungskauf erfolgt.

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