Betrugsverdacht
Ex-Credit-Suisse-Banker festgenommen

Wegen Betrugsverdachts hat die Polizei in London einen ehemaligen Banker der Credit Suisse verhaftet. Der leitende Händler soll für Milliarden-Verluste des Schweizer Geldinstituts bei Ramschpapieren verantwortlich sein.
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New YorkEin ehemals ranghoher Wertpapierhändler der Schweizer Bank Crédit Suisse ist in London festgenommen worden. Ihm droht die Überstellung in die USA, wo ihm Betrug im Zusammenhang mit Milliarden-Verlusten der Bank bei Ramschanleihen in den Jahren 2007 und 2008 vorgeworfen wird. Der heute 39-Jährige war zu der Zeit der globale Chef der Credit Suisse für den Handel mit strukturierten Krediten.

In der gleichen Sache hatten sich in den USA bereits im Februar zwei andere frühere Händler der Bank schuldig bekannt. Einer von ihnen hatte erklärt, er habe – wie auch andere Händler – beim Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes Manipulationen vorgenommen.

2008 hatte Credit Suisse überraschend einen Verlust von 2,85 Milliarden Dollar bei Ramschanleihen gemeldet und eine Gruppe von Händlern dafür verantwortlich gemacht. Diese hätten vorsätzlich Preismanipulationen vorgenommen, hieß es damals bei der Credit Suisse.

Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge ist der verhaftete Händler ein US-Bürger, der in Großbritannien lebt. Über seine Anwälte hatte er schon früher erklärt, dass er über die US-Anschuldigungen erstaunt sei, da er doch seit vier Jahren mit den Ermittlern kooperiere. Er sei am Mittwoch vor der US-Botschaft verhaftet worden, erklärte eine informierte Person.

US-Ermittler beschrieben den Betrug als „eine Geschichte amoklaufender Gier“. Bereits am heutige soll das Auslieferungsverfahren gegen den am Mittwoch festgenommenen S. beginnen. Ihm drohen in den USA bis zu 45 Jahre Haft.

Mit Beginn der Immobilienkrise in den USA war der Wert der in den Ramschpapieren gebündelten Kredite zum Teil dramatisch gefallen. Doch statt die Bewertungen der Papiere entsprechend anzupassen, hatten die Banker der Crédit Suisse ihr Orderbuch aufgeblasen und so die Verluste versteckt. Aufgrund der Manipulationen hatte die Credit Suisse falsche Jahreszahlen gemeldet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Betrugsverdacht: Ex-Credit-Suisse-Banker festgenommen"

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  • Blödheit - mag sein. Aber für die, die spiegelbildlich zu den Verlusten die Gewinne eingeschoben haben, war es alles andere als blöd.

    Man muss die Profiteure schnappen, nicht nur die Ausführenden.

  • Bauernopfer

    ..schön, aber: Man hängt immer die ausführenden Kräfte anstatt die HAUPTPROFITEURE hinter den Kulissen.

  • Wenn man bei der CS, Luschen herausschmeissen würde, dann wären die Gebäude dieser Bank um ca. 50% leer, das können Sie mir glauben.

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