Beweismittel
IBM-Razzia verschärft Verdacht gegen Deutsche Bank

Ermittler werfen der Deutschen Bank das Vorenthalten von Informationen vor. Nun durchsuchten sie die Büros von deren IT-Dienstleister IBM. Doch es ist kein Löschauftrag, der die Bank-Mitarbeiter in die Bredouille bringt.
  • 17

BerlinIn der Affäre um Steuerhinterziehung beim Handel mit Verschmutzungsrechten soll die Deutsche Bank den Ermittlern einem Medienbericht zufolge wichtige Informationen vorenthalten haben.

Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, sollen die beschuldigten Mitarbeiter keinen Auftrag erteilt haben, bereits gelöschte Daten wieder herstellen zu lassen. Das hat die ermittelnde Staatsanwaltschaft nach einer Durchsuchung der Geschäftsräume des IT-Unternehmens IBM Deutschland festgestellt. IBM ist der IT-Dienstleister der Deutschen Bank.

IBM-Mitarbeiter hätten darauf hingewiesen, dass gelöschte Daten wieder hergestellt werden können, heißt es in dem Bericht. Die Bank hingegen soll für eine Aufbereitung aber keinen Auftrag erteilt haben.

Im Zuge der Ermittlungen seien rund 20.000 Gespräche von Finanzmarkthändlern der Bank ausgewertet worden. Es habe sich herausgestellt, dass die Bank auch in anderen Ermittlungsverfahren vorhandenes Beweismaterial den Behörden vorenthalten habe. Ein Sprecher der Deutschen Bank sagte der Zeitung: "Wir werden die Vorwürfe prüfen."

Vier Bank-Mitarbeiter sitzen wegen der Affäre derzeit in Untersuchungshaft. Bei den Ermittlungen geht es um den Verdacht der schweren Steuerhinterziehung beim Handel mit C02-Emissionszertifikaten, Geldwäsche und versuchter Strafvereitelung. Im Visier der Behörden stehen auch Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen und Finanzvorstand Stefan Krause.

 
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Beweismittel: IBM-Razzia verschärft Verdacht gegen Deutsche Bank"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Diese Vorstandsjahrgänge haben ja noch Brecht in den Schulen gelesen - und haben einfach ernst gemacht:

    "Nur Dilettanten überfallen eine Bank, richtige Ganoven gründen eine.?"

  • Wenn die DB wichtige Beweise vernichtet hat, woher will die Staatsanwaltschaft dann wissen,dass diese angeblichen Beweise wichtig waren,wenn sie nicht mehr existieren, und sie deren Inhalt demnach nicht kennt?
    Es wird zudem dem Vorstand der DB die Unterschrift unter falsche Usteueranmeldungen vorgeworfen.Sollte er Beweise dazu vernichtet haben,handelt er rechtmässig,denn er darf als Beschuldigter straflos Ermittlungen vereiteln.(§ 258,5 StGB).Ausserdem kann er nicht mit dem Geld der DB,also deren Aktionären,eine kostspielige Wiederherstellung von Belegen beauftragen,die zu beschaffen Angelegenheit der Ermittler ist.Das wäre dann Untreue.
    Last not least hat er ja auch vielleicht die Straftat zugunsten seiner Mutter begangen,die ihm in Emails mehrfach die Müllsortierung ins falsche Eimerchen oder gar die Geschwindigkeitsüberschreitung in einer Tempo 30 Zone gestanden hat.
    Dann wäre er straffrei nach §258,6 StGB (Wer die Srafvereitelung zugunsten eines Angehörigen begeht,ist straffrei)
    Angesichts der gelungenen Show mit 500 Darstellern der Steuerfahndung,Polizei etc.und der täglichen Verunglimpfung von Bankern und Unternehmern beunruhigt es den Laien ein wenig,was die Politik diesmal wieder zu verstecken hat.

  • @ hermann.12
    Heiligt also der Zweck mal wieder die Mittel? Schade, dass sie bisher dazu nix gelernt haben!
    So wie die Rechnung für die Deutschen derzeit aussieht, hätten wir seit Ende 2008 die 20-Stunden-Woche einführen können, ohne auch nur einen Cent einzubüßen. Alles was wir darüber hinaus verdient haben, wurde ohne dass wir es merkten vom Konto unserer Kinder abgebucht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%