Bezahlen mit dem iPhone
Apple Pay expandiert in Europa

Apple Pay weitet sein Geschäft in Europa aus. Demnächst sollen Schweizer und Franzosen mobil mit ihren iPhones bezahlen können. Auch den Online-Handel will der Konzern erobern – die Zielgruppe ist allerdings limitiert.

FrankfurtSchweizer und Franzosen können bald mit Apple Pay bezahlen. Das hat Apple in der Nacht auf seiner Entwicklungskonferenz (WWDC) in San Francisco verkündet. Auf den Internetseiten für die Schweiz und Frankreich finden sich bereits nähere Informationen. Wichtigste Voraussetzung ist demnach eine Kreditkarte oder eine Prepaid-Kreditkarte von Visa oder Mastercard.

Der Nutzer verknüpft seine Kreditkarte mit der sogenannten Apple-Wallet. Diese konnte bisher bereits zum Speichern von Tickets, Bonuskarten und Bordkarten genutzt werden. Apple Pay soll an allen Kassengeräten genutzt werden können, die für kontaktloses Bezahlen per NFC-Funk ausgestattet sind. Als Beispiele für kooperierende Händler in der Schweiz nennt Apple etwa die Discounter und Supermärkte Aldi, Lidl und Spar, aber auch Luxusmarken wie Louis Vuitton und TAG Heuer. Als teilnehmende Kartenherausgeber werden SwissBankers, BonusCard und Cornercard genannt.

Bislang ist Apple Pay in den USA, Großbritannien, Kanada, Australien, China und Singapur verfügbar. Zu einem Eintritt in den deutschen Markt wurden keine Angaben gemacht. Hier hatte zuletzt Payback ein mobiles Bezahlsystem gestartet. Nach Recherchen von Bloomberg ist Apple Pay in den USA der führende Mobile-Payment-Anbieter, wobei sich die Nutzung noch immer auf einem niedrigen Niveau bewege.

Der Bezahlvorgang wird per Touch ID ausgelöst. „Du musst keine App öffnen und noch nicht mal dein Display aktivieren. Alles läuft über die NFC Antenne im iPhone 6s, iPhone 6 und iPhone SE“, erklärt Apple. Zum Zahlen muss der Nutzer nur seinen Finger auf den Touch ID Sensor legen, während sich sein iPhone in der Nähe eines kontaktlosen Lesegeräts befindet. Auch über die Apple Watch soll Bezahlen durch Doppelklick einer Taste ganz einfach sein.

Punkten möchte Apple dabei mit Datenschutz: So würden die Kartendaten weder im Gerät gespeichert noch an den Händler übermittelt. Außerdem würden die Details zu den Transaktionen von Apple Pay nicht gespeichert.

Doch die Payment-Initiative des Konzerns geht über das Bezahlen in Geschäften hinaus: Künftig sollen auch Online-Einkäufe auf dem Computer per Apple Pay bezahlt werden können. Auch hierbei soll die Zahlung per Fingerabdruck auf einem verbundenen iPhone bestätigt werden. Voraussetzung für die Nutzung ist allerdings die Verwendung von Apple’s Browser Safari. Im Mai konnte Safari 13 Prozent der Browsermarktes für sich behaupten. Marktführer Chrome hat dagegen einen Anteil von 59 Prozent.

Diese Fokussierung auf Safari könnte sich limitierend auswirken. „Händler, die bereits PayPal auf ihrer Website anbieten, könnten sich eher gegen Apple Pay entscheiden”, sagte Thad Peterson, Analyst der Forschungsgesellschaft Aite Group gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Apple sei dafür bekannt, dass es Funktionen auf seine eigenen Geräte beschränkt, um die Absatzzahlen in die Höhe zu treiben, ergänzte Roger Kay, Präsident der Beratungsgesellschaft Endpoint Technologies Associates. Daher sei eine Expansion auf andere Browser unwahrscheinlich. Als kooperierende Online-Händler nannte Apple unter anderen Target, Expedia, Etsy und United Airlines.

Handelsblatt-Finanzkorrespondentin Katharina Schneider.
Katharina Schneider
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